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Rudolf Passian - ein Leben für die Parapsychologie
Portrait und Interview von Lucius Wertmüller



Rudolf Passian
wurde am 14. Februar 1924 in der Tschechoslowakei geboren. Seine Familie gehört zu der Minderheit der Sudetendeutschen. Seine Mutter stirbt bei der Geburt, sein Vater ist Handwerker. Ein Jahr vor Kriegsausbruch wird die Tschechoslowakei gezwungen, das Gebiet ans Deutsche Reich abzutreten. «1941, im Alter von 17 Jahren musste ich in den Krieg ziehen», erinnert er sich. 1944 wird seine Einheit in die Normandie verlegt, kurz vor der Invasion der Alliierten. «Noch bevor es richtig losging, hat mich ein Schiffsgeschütz böse erwischt und meine ganze linke Seite zerfetzt. Da gab es kaum medizinische Hilfe, ich lag in meinem Blut und habe stundenlang geschrien, ich wäre fast gestorben.» Zwar kann er sich gegen die Amputation seines linken Arms wehren, sein Bein muss aber abgetrennt werden. Im Bombenhagel wird er zurück nach Böhmen gebracht und erhält eine Prothese. Kurze Zeit später bricht alles zusammen, das deutsche Reich kapituliert. Nach dem Krieg wurden mehrere Millionen Sudetendeutsche aus Böhmen vertrieben. Rudolf Passian kam in den russisch besetzten Teil Deutschlands. Durch seine Erfahrungen im Krieg und während langen Jahren als Kriegsgefangener wurde er zum Nachdenken über die grundlegenden Fragen des Menschseins und die Frage nach einem Leben nach dem Tod angeregt. Trotz körperlicher Behinderung unternahm Rudolf Passian zahlreiche Studienreisen in Europa, nach Indien, auf die Philippinen und nach Südamerika, wo er Psi- und Heilphänomene in Brasilien, Paraguay, Chile, Argentinien und Peru studierte. Er dokumentierte das Erlebte in seinen Büchern sowie mit eindrücklichem Bild- und Filmmaterial. Für sein Buch Wiedergeburt – Ein Leben oder viele? erhielt er 1986 den Preis der Schweizer Stiftung für Parapsychologie. Rudolf Passian ist Gründer eines Kinderhilfswerks und einer Krankenstation in Brasilien. Verewigt wurde sein Name mit einer in Brasilien entdeckten Schmetterlingsart, die nach ihm benannt wurde. Seine Hauptaufgabe sieht Passian darin, Probleme und Ergebnisse der Paraforschung in einer volksnahen Sprache darzustellen, um in weiten Kreisen das Interesse daran wachzurufen und interessierte Menschen auf die Realität eines Lebens nach dem Tod – und die daraus folgenden ethischen Konsequenzen hinzuweisen. Am Valentinstag 2014 feierte der Parapsychologe und Autor Rudolf Passian bei guter körperlicher und geistiger Gesundheit seinen 90. Geburtstag.


Edson de Queiroz, der durch die Vermittlung Rudolf Passians in die Schweiz kam

Mit einem befreundeten Filmemacher drehten wir anschliessend an die Psi-Tage einen Film über Edson de Queiroz. Rudolf Passian führte für uns die Interviews mit mehreren Patienten. Bald darauf habe ich ihn für einen Vortrag nach Basel eingeladen und bin ihm an späteren Basler Psi-Tagen oder bei der brasilianischen Heilerin Romilda mehrfach wieder begegnet. Seine zweite Frau Eveline lernte er nach dem Tod seiner ersten Frau an einem Seminar in Luzern kennen. Seit 28 Jahren sind die beiden glücklich verheiratet. Im Juni dieses Jahres habe ich das Paar in ihrer Wohnung in Kriens besucht, wo sie seit zwei Jahren leben. Die beiden sind äusserst herzlich, man spürt ihre Dankbarkeit dem Schicksal gegenüber, das sie zusammengeführt hat. Es ist in jedem Moment meines Besuchs spürbar, wie sehr sich die beiden lieben. Auf der lauschigen Terrasse ihrer Wohnung führte ich mit dem verdienten Parapsychologen ein anregendes Gespräch. Der Basler Psi-Verein wünscht Rudolf Passian gute Gesundheit und einen weiterhin friedlichen Lebensabend!

Gespräch mit Rudolf Passian

LW: Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Dich veranlasste, Dein Leben der Parapsychologie und der Erforschung von Psi-Phänomenen zu widmen?

Dazu muss ich ein wenig ausholen, denn das war mein Lebensschicksal als solches. Ich bin ja aus Böhmen, das zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte. Wir wurden 1945 aus der Heimat vertrieben und gelangten mit einem Viehtransport in die russisch besetzte Zone Deutschlands. Ich wurde unerwartet zur Polizei bestellt und verhaftet. Das bereitete mir zunächst keine grossen Sorgen, denn ich hatte kein schlechtes Gewissen. Ich bin dann aber nicht mehr freigekommen. Es stellte sich heraus, dass die Behörden mich der Spionage beschuldigten und dafür stand nach dem sowjetischen Strafgesetzbuch die Todesstrafe oder 25 Jahre Straflager. Verbrochen hatte ich gar nichts. Mein Pech war, dass sie bei meiner Verhaftung einen Zettel fanden – darauf hatte ich Witze notiert, die ich bei Gelegenheit mal erzählen wollte. Da waren auch politische Witze dabei – diese haben mir das Genick gebrochen. Ich habe später nie mehr einen Witz aufgeschrieben. Ich hatte keinerlei Verbindung mehr mit der Aussenwelt, litt unter wahnsinnigem Hunger und natürlich unter der quälenden Unsicherheit. Ich wurde vorverurteilt und kam in das Sammellager Bautzen. Die Sowjets haben die alten KZ's Sachsenhausen, Buchenwald, Bautzen gefüllt mit sogenannten Kriegsverbrechern und Nazis. Kriegsgewinner sind nicht sehr empfindsam bei der Verurteilung von angeblichen Gegnern. Man konnte sich nicht verteidigen, denn es wurde nur russisch gesprochen; alle Verhöre fanden im Dunkeln statt. Ich hoffte, dass ich mich bei der angekündigten Hauptverhandlung würde verteidigen können. Bei dieser forderte ein Staatsanwalt mich auf, ich solle jetzt doch alles gestehen. Ich hatte nichts zu gestehen, wurde aber wegen antisowjetischer Propaganda zu 25 Jahre Zuchthaus verurteilt. Ich wurde in eine Zelle gestossen, dort hockten andere Gefangene mit frischgeschorener Kopfhaut herum – es war eine gespenstische Szene. Sie sagten zu mir: Na, hast du auch 25 Jahre bekommen. Ich war wie vor den Kopf geschlagen.


Die Brasilianerin Romilda operiert Lucius Werthmüller im Beissein von Rudolf Passian


Was geschah dann?


Von Bautzen gingen Transporte in ein Sammellager und von dort nach Sibirien. Meine Beinamputation hat mich davor bewahrt, dass ich nach Sibirien kam. Und genau das hatte mir mein Vater bei einer nachtodlichen Erscheinung gesagt. Er erschien mir und der Mutter die mich grossgezogen hat, aber er sprach nur zu mir. Es war eine Begegnung auf der Astralebene. Meine Mutter fragte ihn, ob er denn wisse, was dem Rudi zugestossen sei. Er sagte: «Ich weiss alles, diese Amputation wird noch sein Glück sein.» Und so kam es, denn Sibirien hätte ich nicht überlebt. Da siehst Du wie das Schicksal spielen kann: Im Moment ein grosses Unglück – ich hatte die ganze linke Seite zerfetzt, viele Durchschüsse und grosse Stücke Fleisch die herausgerissen waren, insgesamt neun grosse Wunden – und trotzdem war dies mein Glück, da ich wegen dieser Verwundungen nicht nach Sibirien deportiert wurde. In den folgenden Jahren, als ich keinerlei Kontakt mit der Aussenwelt hatte, habe ich mich an dieses Erlebnis geklammert, und gedacht, das bedeutet, dass ich doch irgendwie überleben werde. Und so war es denn auch. Der langen Rede kurzer Sinn. Diese Zeit hat mich dahingehend geprägt, dass ich mir vornahm, dass ich mich mit dem Todesproblem und der Frage eines Weiterlebens beschäftigen werde – sollte ich jemals wieder die Freiheit erlangen. Ich wollte mich kundig machen, ob es dazu Forschungen gibt, was man darüber weiss, ob es weitergeht nach dem Tod und wenn ja wie und wo und ähnliche Fragen. Die mitgefangenen Priester, Pfarrer, Prediger verschiedenster Richtungen, die eigentlich zuständig waren für diese Fragen, die wussten auch nichts und waren zum Teil noch trostbedürftiger als wir anderen. Ich hatte eine typische Lagerkrankheit: Schweissausbrüche, Schüttelfrost und Fieber wechselten sich ab. Ich war zusammen mit einem Kollegen aus Westdeutschland, sass auf meiner Holzpritsche und sagte zu ihm: «Wenn es einen Herrgott gibt, müsste er jetzt eigentlich sehen, wie es mir geht.» Zwei Tage später war ich frei. Das war schon etwas Besonderes, so überraschend freizukommen! Es war aber höchste Zeit. Die Behörden wollten, dass ich als Spitzel arbeite, das war eigentlich die Bedingung, dass ich überhaupt freigelassen wurde. Ich sollte andere dorthin bringen wo ich selbst gewesen war, ein teuflisches System. Ich bin in den Westen geflohen und sie haben mich dann in Ruhe gelassen. Es war aber schon hart, bis ich im Westen wieder richtig Fuss fassen konnte. Der Neubeginn war sehr schwierig. Ich hatte grosse gesundheitliche Probleme und viele Krankenhausaufenthalte. Aber ich nutzte die Zeit, um in Mannheim-Ludwigshafen, wo ich damals wohnte, verschiedene religiöse Versammlungen von kirchlichen und anderen Gruppen zu besuchen. So stiess ich dann auf die Parapsychologische Forschung. Die Bezeichnung Parapsychologie ist für diese Grenzbereichsforschung nicht ganz zutreffend, denn wir haben es nicht nur mit Grenzgebieten der Psychologie zu tun. Das hat mir zugesagt, denn da wird einem nicht von Anfang an eine Glaubenslehre zugemutet, nach dem Motto: «Das musst du jetzt glauben, Vogel friss oder stirb.» Da wird man mit Forschungsergebnissen bekannt gemacht und es bleibt einem selbst überlassen, welche weltanschaulichen oder religiösen Folgerungen man daraus zieht. So bin ich auf diesen Weg gekommen.


Rudolf Passian an den Basler Psi-Tagen 1997


Hat sich Dein Weltbild aufgrund Deiner Forschungen verändert?


Es hat mehr und mehr Gestalt angenommen, je mehr ich mich damit auseinandersetzte. Als typischer Wassermann habe ich mich denn auch gründlich dahinter geklemmt. Ich stellte fest, dass es bereits eine umfassende Literatur darüber gab, dass schon viel geforscht wurde und dass die Forschung international betrieben wurde. Und schlussendlich war der Hauptpunkt dieser Forschung die Sterbeforschung. Dort habe ich die Antworten gefunden, nach denen ich gesucht hatte. Ich sehe es so, dass mein Leben von da an einen Hauptzweck hat: Ohne zu missionieren oder fanatisch zu werden die Menschen darauf hinzuweisen, dass der Tod kein Ende ist. Heute brauche ich nicht mehr zu sagen: ich glaube, dass es weitergeht, ich weiss es.


Schön, dass Du es so ausdrückst. Als Albert Hofmann in hohem Alter gefragt wurde, ob er denn an ein Leben nach dem Tode glaube, pflegte er zu sagen: «Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod.» Und ergänzte nach einer kleinen Pause: «Ich weiss, dass es ein Leben nach dem Tod gibt.»

Schön, dass er dazu den Mut gehabt hat. Das sind doch die Grundprobleme für jeden denkenden Menschen. Wo kommen wir her, warum sind wir hier, hat das alles einen Sinn? Wenn wir darauf keine vernünftigen Antworten kriegen, was bleibt dann übrig? Viele Menschen verlieren den inneren Halt.


Wie ist daraus Dein Beruf geworden? Hattest Du schon immer eine schriftstellerische Begabung?

Schreiben ist eigentlich das Einzige was ich kann, schon als Kind habe ich Gedichte geschrieben. Aber dass es zu einem Beruf wurde, hat sich einfach so ergeben. Ich hatte meine Lebensversicherung gekündigt, um mir eine Reise zu den Heilern auf den Philippinen leisten zu können. Das war damals eine grosse Sensation. Der bekannte deutsche Parapsychologe Hans Bender war zur selben Zeit dort, er hat allerdings nicht geglaubt, dass diese paranormalen Eingriffe echt sind. Das war meine erste Begegnung mit solchen Phänomenen. Daraufhin bekam ich von mehreren Volkshochschulen die Einladung, Vorträge zu halten und den Film zu zeigen, den ich auf den Philippinen gedreht hatte. Das war der Beginn meiner Vortragstätigkeit. Das Interesse war in den 1970er und 80er Jahren so gross, dass es an Einladungen nicht mangelte. Die meisten Einladungen kamen von katholischen Pfarreien. Ich hatte damals schon den Wert einer religiösen Einstellung für mich erkannt. Leider hat mich eine Frau denunziert und den Kirchenoberen mitgeteilt, dass ich an Reinkarnation glaube. Daraufhin wurden alle Vorträge in diesem Rahmen abgesagt. Aber wie es im Volksmund heisst: Wenn eine Türe zugeht, geht eine andere auf, inzwischen hatte ich von allen möglichen Vereinen Einladungen bekommen und so hat sich das ergeben.


Und dann hast Du begonnen Deine Erlebnisse und Erkenntnisse auszuschreiben?

1973 erschien dann das erste Buch Abschied ohne Wiederkehr? Tod und Jenseits in parapsychologischer Sicht, 1978 das zweite Abenteuer PSI. Ich habe immer gut recherchiert und bis zu zwei Jahre an einem Buch gearbeitet. Es heisst in der Volksweisheit: Sage nicht immer was Du weisst, aber wisse immer was Du sagst. Ich schreibe immer nur was ich weiss. Und natürlich bekam ich auch Kontra und wurde angefeindet. Heute sage ich, lass jeden glücklich werden auf seine Art, aber dasselbe Recht beanspruche ich auch für mich.



Wie war die Reaktion der akademischen Parapsychologie?

Mit Hans Bender war ich persönlich bekannt. Er ist einmal zu einem Vortrag von mir gekommen was mich sehr gefreut hat. Er hat gesehen, dass ich nicht missioniere und wir sind in Kontakt geblieben. Er hat zwar meine Meinungen nicht geteilt, aber wir sind in Frieden miteinander ausgekommen. Mit seinen Nachfolgern war es dann schwieriger für mich.

Hast Du gelitten unter den Menschen, die Dich nicht ernst genommen haben?


Da findest du dich notgedrungen damit ab. Ich sage heute: Wer es nicht glauben will, der glaubt es nicht. Sowohl in meinen Büchern wie auch in meinen Vorträgen bringe ich die Tatsachen, die Pro- und Kontra-Argumente, damit sich jeder ein eigenes Bild machen kann und überlasse die Schlüsse meinen Hörerinnen oder Lesern. Ich biete eigentlich wenig Angriffsfläche. Wenn mir einer Kontra geben will, muss er wenigstens über das theoretische Wissen verfügen – und das haben die meisten gar nicht.

Was ist für Dich die Bedeutung der Parapsychologie?

Es ist von Bedeutung, dass es eine von manchen Universitäten anerkannte Wissenschaft gibt, die sich mit dem Unerforschten beschäftigt. Ob man dem Parapsychologie sagt oder sonst einen Ausdruck verwendet, ist dabei nicht so wichtig wie die Tatsache, dass man sich überhaupt damit beschäftigt. Das Wesentliche ist, sich interessieren zu lassen und bereit zu sein auf dem Gebiet mehr zu lernen. So wird die notwendige Forschung angeregt, denn es ist ein völlig neues Erfahrungs- und Wissensgebiet, das wir da betreten. Obwohl schon vor hunderten von Jahren weise Menschen gelebt haben, die intuitiv oder auf dem Weg magischer Praktiken dieses Gebiet erforscht haben, die die weltanschaulichen Konsequenzen erkannt haben und ihre Erkenntnisse zu einem Lehrgebäude geformt haben. Dass es so schwer ist Anerkennung zu finden, liegt im allgemeinen Niveau unserer Auseinandersetzung mit Grundfragen menschlichen Daseins: Hat unser Leben einen Sinn und wenn ja welchen?

Hat die Parapsychologie heute eine andere Bedeutung als vor vierzig Jahren?


Ja, wesentlich. Vieles hat jetzt die sogenannte Esoterik übernommen. Dort ist das Angebot ungeheuer gross. Aber es wird kaum geforscht, sondern es geht um die Weltanschauung. Ich habe Parapsychologie vorwiegend benutzt um auf das Wesentliche hinzuweisen. Die Konsequenzen für unser Weltbild waren das Entscheidende für mich.

Gibt es etwas, das Du in Deinem Leben noch erreichen möchtest?

Ich bin dankbar und zufrieden mit dem Erreichten. Ich habe keine höhere Schulbildung, nur die Volksschule. In Anbetracht meines Schicksals bin ich manchmal erstaunt, dass ich überhaupt meinen Weg so konsequent gegangen bin, ohne dass ich in den üblichen Fehler verfallen bin, missionieren zu wollen. Das hat mir genügt. Das Wissen, das wir aus der Erfahrung mit dem Paranormalen schöpfen können, reicht aus um eine Lebenssicherheit, eine Art Balance zu erreichen. Es führt dazu, dass z.B. ein Todesfall im Freundeskreis, der manche zur Verzweiflung bis zum Selbstmord bringt, uns nicht umhauen kann. Die zweite Erkenntnis die sich aus der Sterbeund Nahtodesforschung ergibt ist, dass die alte Volksweisheit «Jeder ist seines Schicksals Schmied» zu Recht besteht. Wir schaffen uns unsere Zukunft selbst. Und diese besteht in den karmischen Folgen unseres eigenen irdischen Lebensraumes. Alles was wir denken, ob positiv oder negativ, kehrt in irgendeiner Form, zur rechten Zeit zu uns zurück. Das allein sollte genügen, dass man sein Leben halbwegs vernünftig gestaltet.

Welches waren Deine wichtigsten Begegnungen in diesem Feld? Wer oder was hat Dich am meisten beeindruckt?

Eigentlich der organisierte Spiritismus in Brasilien. Dort hat sich der kardecianische Spiritismus hervorragend entwickelt. Er ist sehr gut organisiert, sehr aktiv auch in Punkto soziale Tätigkeit. Es gibt spiritistische Kliniken und spiritistische Kaufhäuser, die ehrenamtlich funktionieren. Sie unterhalten Zentren an die überflüssige Warenbestände sowie nicht verkaufte Lebensmittel gespendet werden und die von ihnen an Bedürftige verteilt werden. Wenn man sagt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, kann man feststellen, diese Früchte sind sehr gut. Es gibt natürlich auch andere Richtungen, die ins schwarzmagische gehen, bis zum puren Satanismus, und da ist es besser, wenn man sich distanziert.

Hast Du Dich in einem solchen Zentrum behandeln lassen?

Es gibt spiritistische «Kliniken », Heilzentren, wo Medien in Tieftrancezustand arbeiten, meist unblutig. Das ist natürlich nicht so sensationell, wie wenn Blut fliesst. Manche der Wesenheiten, die sich da manifestieren sagen, dass sie lieber unblutig arbeiten, aber die Leute wollten etwas sehen und dass die sichtbaren Eingriffe den Heilungsprozess unterstützen. Ich hatte mit meinem Nierensteinleiden zu tun, war schon dreimal an der Prostata operiert worden, aber immer wieder bildeten sich neue Steine. So habe ich mich mehrfach von Heilern behandeln lassen. Einmal kam ein Heiler mit einer langen etwa 5 mm dicken Metallstange, die er mir in den Bauch reingeschoben hat. Blut ist geflossen und es sah dramatisch aus. Wer so etwas unvorbereitet erlebt, kann in Ohnmacht fallen. Einige dieser Behandlungen waren erfolgreich, andere nicht. Das Ganze lässt sich nicht in enge Schemen pressen, es ist individuell unterschiedlich. Ich war oft in solchen Zentren und habe nie erlebt, dass Geld verlangt oder erwartet wurde. Zumindest der christlich geprägte Teil dieser Bewegung lehnt eine Bezahlung ab, beruft sich auf Jesus, der umsonst geheilt hat. Wir sind nur die Werkzeuge für die auf der anderen Seite.

Was ist Deine wichtigste Erkenntnis?


Dass der Tod nicht das Ende ist. Und dass wir da sind um einander das Dasein zu erleichtern und nicht zu erschweren: «Einer trage des Anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen» heisst es dazu in der Bibel.


Eveline und Rudolf Passian beim Abschied vor ihrem Zuhause






Werke von Rudolf Passian


Abschied ohne Wiederkehr? Tod und Jenseits in parapsychologischer Sicht, Pforzheim 1973

Abenteuer PSI. Unglaubliches aus der Gegenwart,
Flensburg 1978

Neues Licht auf alte Wunder. PSI klärt Bibelwunderstreit, Flensburg 1982

Wiedergeburt. Ein Leben oder viele? München 1985

Licht und Schatten der Esoterik,
München 1991

Der Engelreigen. Antwort auf viele Fragen
Ravensburg 2003

Der verhängnisvollste Irrtum unserer Zeit Fichtenau 2011