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Albert Hofmann stirbt im Alter von 102 Jahren

Im Alter von 102 Jahren ist am Dienstag, 29. April 2008, Albert Hofmann in seinem Haus auf der Rittimatte bei Burg im Leimental gestorben. Er gilt als einer der bedeutendsten Chemiker unserer Zeit und ist der Entdecker des LSD. Darüber hinaus leistete er Pionierarbeit in der Erforschung anderer psychoaktiver Substanzen sowie der Wirkstoffe wichtiger Arzneipflanzen. Unter dem Eindruck des bewusstseinserweiternden Potenzials des LSD wandelte sich der Wissenschaftler zunehmend zum Naturphilosophen und kulturkritischen Visionär. Die pauschale Verteufelung von Psychedelika konnte er nie nachvollziehen; für ihn sprach nichts dagegen, dass psychisch stabile Persönlichkeiten in angenehmer Umgebung LSD zu sich nehmen. Um so enttäuschter war Albert Hofmann, als er miterleben musste, wie der Gebrauch von LSD weltweit verboten wurde – sogar zu therapeutischen und Forschungszwecken.
Die Anstösse zu einer Kehrtwende, die vom Symposium «LSD – Sorgenkind und Wunderdroge» anlässlich seines hundertsten Geburtstags ausgegangen sind, empfand er als schönes Geburtstagsgeschenk. Als im Dezember 2007 in der Schweiz eine Studie zur therapeutischen Anwendung des LSD vom BAG bewilligt wurde, bezeichnete er dies als «Erfüllung eines Herzenswunsches».
Bis zu seinem Tod korrespondierte Albert Hofmann mit Fachleuten aus aller Welt, empfing Besucher und nahm regen Anteil am Weltgeschehen. Er hat sich bis zuletzt eine fast kindliche Neugier an den Wundern der Schöpfung erhalten können. In seinem «Paradies» – wie er sein Haus auf der Rittimatte zu bezeichnen pflegte – genoss er die Nähe zur Natur, besonders den Pflanzen. Bei einem meiner letzten Besuche sagte er mit leuchtenden Augen: «Die Rittimatte ist meine zweitgrösste Entdeckung.» Es war immer ein besonderes Erlebnis mit ihm über seine Wiese zu gehen und seine Freude an allem Lebendigen mit zu erleben. Seine Haltung ist für mich zu einem Idealbild geworden dafür, wie wir in geistiger und körperlicher Frische ein hohes Alter erreichen können, wenn wir uns die kindliche Neugier zu bewahren vermögen.
Albert Hofmann drückte mehrfach seine Überzeugung aus, dass seine Reisen in andere Welten des Bewusstseins, die er als Kind spontan und später in seinen Experimenten mit psychedelischen Substanzen erlebt hatte, die beste Vorbereitung auf die letzte Reise seien, die jeder am Ende seines Lebens anzutreten hat. Er hat sich die Neugier selbst für seine letzte Reise bewahren können.

Einen ausführlichen Nachruf auf Albert Hofmann von Dieter A. Hagenbach und Lucius Werthmüller finden Sie hier.

Lucius Werthmüller
Basler Psi-Verein