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Eintauchen ins “Seinsfeld” – So heilt Cliff Sanderson
Dr. Harald Wiesendanger

Mit seiner Methode der “Deep Field Relaxation” (DFR) bereichert der Neuseeländer Cliff Sanderson das Geistige Heilen um einen originellen, verblüffend wirkungsvollen Ansatz. Bei den nächsten “Basler Psi-Tagen” (26.-29.11.2004) zählt er zu den zahlreichen Stars. Schon vorher tritt er mehrfach im „Basler Psi-Verein“ auf.

Seine Art des Geistheilens zu den verbreitetsten zu zählen, wäre schamlos übertrieben. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Zumindest bis Sommer 2002 war er vermutlich weit und breit der einzige hierzulande, der nach seiner Methode vorging - bis er in München, Freiburg, Köln und anderen deutschen Grossstädten die ersten Kurse anbot und beim Sechsten Weltkongress für Geistiges Heilen 2003 in Basel auftrat. Es gehört freilich keine prophetische Gabe zur Voraussage, dass er nicht mehr lange unbemerkt bleiben wird. Denn er bringt alle Voraussetzungen eines erfolgreichen Schulgründers im alternativen Therapiesektor mit, und einiges mehr: einen abenteuerlichen Lebenslauf, einen klugen, weitblickenden Kopf, ein angenehm unprätentiöses Auftreten frei von Guru-Allüren, rhetorische Brillanz, 25 Jahre Erfahrung als Heiler, eine beim zeitweiligen Eintauchen in mehrere Kulturkreise gereifte Weisheit, reichlich Lob von Kliniken und Ministerien, renommierte Wissenschaftler als Fürsprecher - und vor allem eine eigenwillige, wahrhaft originelle Art zu heilen, die ihn aus der Masse der "Energiearbeiter" deutlich herausragen lässt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die ersten paar hundert Schüler um ihn scharen - vorausgesetzt, er ist darauf aus.

Die Rede ist von Cliff Sanderson, einem Neuseeländer, der seit kurzem einen Wohnsitz in Deutschland hat; nach einer Zwischenstation in Boppard am Mittelrhein lebt und arbeitet er seit Frühjahr 2004 im nordbadischen Karlsruhe, gemeinsam mit seiner russischen Frau Galina, einer Stimm- und Klangtherapeutin. In seiner Heimat war er bis Anfang der achtziger Jahre in der Film- und Werbebranche tätig gewesen - doch dann “folgte ich meinem Wunsch, Menschen mit physischen und psychischen Problemen zu helfen. Ich reiste rund um die Welt und lernte bei vielen, teils berühmten Heilern.”

Eine Besonderheit an Sandersons Ansatz ist, wie unspektakulär, schlicht, in seiner Methodik geradezu spartanisch er daherkommt. Ein ausgefeiltes System von Ritualen, Symbolen und Handlungsanweisungen, wie es fast alle neueren Heiltraditionen für unerlässlich erachten, sucht man hier vergebens. Mit einem Hilfesuchenden tut Sanderson, kurz gesagt, nichts weiter, als ihn ruhigzustellen - tiefstmöglich. Dazu fordert er ihn zunächst auf, es sich rücklings auf einer Liege bequem zu machen. Dann tritt der Heiler hinter ihn. Sanft legt er seine Hände auf die Schultern des Klienten, ab und zu auch auf Nacken und Kopf - und ehe sich der so "Behandelte" versieht, ist er entspannt. Eine eigens komponierte Mind Music, bei der monoton ein "A-A-A" mehrere Terzen und Quarten hoch und wieder herunter gesungen wird, fesselt seine Aufmerksamkeit, seine Atmung verlangsamt sich, sein Körper wird warm, und seine Gedanken "hören auf, wie ein verrückter Affe herumzuhüpfen” - eine Form des inneren Chaos, dem Sanderson zuallererst beizukommen versucht.

Was passiert in diesem Zustand? "Forschungen in der Psychoneuroimmunologie zeigen", so erläutert Sanderson, "dass der Körper weitaus empfänglicher für mentale Einflüsse oder Gedanken ist als bisher angenommen. Über jeglichen biologischen Prozess kann willentliche Kontrolle ausgeübt werden. Wenn Stress abgebaut wird und sich vollkommene Entspannung einstellt, kann der Verstand selbstregulierende, selbstheilende und selbstregenerierende Kräfte freisetzen. Der Körper hat somit die Freiheit, sein Gleichgewicht und dadurch seine Gesundheit wiederherzustellen."
Was ist es, das im Ruhezustand solche Selbstheilungsprozesse in Gang setzt? Wie die meisten Heiler, so glaubt auch Sanderson an eine "Lebenskraft", die wirken kann, "wenn der ständig schnatternde Geist sie nicht mehr stört; wenn Zweifel sich auflösen, wenn wir zur Ruhe gekommen sind und uns sicher fühlen". Dann kann "deine Energie, oder Qi, sanft dorthin fliessen, wo sie gebraucht wird".
Ein Heiler, der konsequent darauf setzt, hört auf zu agieren; er "wendet" nichts "an"; er "zielt" auf nichts ab, auf kein Symptom, keine Krankheitsursache, auf nichts an oder in seinem Klienten. Letztlich erschöpft sich sein Beitrag zur Heilung darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen der Klient ganz zur Ruhe kommt, sich völlig beschützt und geborgen fühlt - und deshalb alles zulassen (state of allowing) kann, was mit und in ihm geschieht. Was tut Sanderson dabei? "Ich entspanne mich, höre auf, ein ‚Anwender' zu sein, und werde einfach zum Teilnehmer", der "in einem "ansteckenden" Zustand innerer Ruhe" verweilt - "ansteckend" (contagious) für seinen Klienten. Der Heiler "erwartet nichts, weist nichts zurück, will nichts, erhofft nichts. Weder ‚überträgt' noch ‚empfängt' er. Er ist schlicht präsent", um seine meditative Geisteshaltung weiterzugeben.

Der Rest geschieht wie von selbst, ohne sein Zutun. "Die Rolle des Heilers", so bringt Sanderson seinen Ansatz prosaisch auf den Punkt, "besteht darin, den Geist in jenen Augenblick der Stille zu geleiten, in dem Wunder möglich sind."
Wie ist ein solches "Weitergeben" möglich? Hier führt Sanderson ein Konzept ein, das in Theorien Geistigen Heilens eine zunehmend wichtigere Rolle spielt: das Feld. Nach seiner Überzeugung existiert ein "universelles Seinsfeld" (field of existence), das "keine Grenzen hat" und "sich im ganzen Universum entfaltet. Es formt die Galaxie und gleichzeitig das kleinste Energieteilchen. Es verbindet uns, über unsere Eindrücke des Voneinander-Getrenntseins hinweg, aufs engste miteinander, "beatmet unser Leben", "durchdringt unsere Gedanken und unsere Körper". Insbesondere verbindet es auch einen Heiler mit seinem Patienten, gleichgültig wieviele Kilometer zwischen ihnen liegen. So werden Fernheilungen möglich: Der Heiler, der selbst innerlich ganz zur Ruhe kommt, kann durchaus, vermittelt durch das "Seinsfeld", über beliebige Distanzen "ansteckend" wirken - und damit dasselbe auslösen wie aus nächster Nähe. Denn innerhalb dieses Felds "gibt es keine Distanz zwischen meinem ‚Selbst' und irgendeinem anderen ‚Selbst". Wegen der Schlüsselrolle dieses Felds nennt Sanderson seine Vorgehensweise Deep Field Relaxation.

Wie kam Sanderson dazu? Als er aus der Film- und Werbebranche ausstieg, um mit dem Heilen zu beginnen, "wurde mir beigebracht, dass es dabei auf die Übertragung von Heilenergie ankommt", so berichtet er. “An dieser Vorstellung festzuhalten, fiel mir zunehmend schwerer, als ich anderen Kulturen begegnete. In Sibirien beispielsweise herrschen völlig andere Auffassungen darüber vor, warum jemand krank wird, als in Polynesien. Und wenn ich mit einem tibetischen Lama arbeite, treffe ich auf ganz andere Bedürfnisse als bei einem Brasilianer. Angesichts dieser mannigfachen Erwartungen hätte ich mich witerhin an meine früheren Einstellungen klammern und meine Patienten zwingen können, sich meine Ideen zu eigen zu machen. Aber ich wollte in jeder Situation, innerhalb jeder Kultur effektiv arbeiten. Deshalb musste ich mich von herkömmlichen Dogmen und festgelegten Ritualen verabschieden. Und das machte mich frei. Ich war erlöst von strenger Methodik, und den Nutzen konnte ich bei meinen Patienten, aber auch ihren Ärzten und anderen Therapeuten unmittelbar miterleben." Seine Vorgehensweise "spirituell" zu nennen, widerstrebt Sanderson: "Der Begriff der ‚Spiritualität' ist in jüngster Zeit derart deformiert und verzerrt worden, insbesondere von der New Age-Bewegung", dass ihm eher davor graut, damit in Verbindung gebracht zu werden.

Kann Sanderson Heilerfolge vorweisen, die auch Medizinern zu denken geben würden? "In den vergangenen zwanzig Jahren", erklärt er, "habe ich schätzungsweise alle zwei bis drei Wochen mit mindestens einem Krebs-, Asthma-, Schmerzpatienten oder Depressiven zu tun gehabt, dem ich helfen konnte. Gewöhnlich erkundige ich mich bei Anrufern aber nicht nach genauen medizinischen Einzelheiten, schliesslich bin ich kein Arzt. Später höre ich dann oft, dass der Behandelte mit dem Ergebnis zufrieden ist, bekomme aber kaum je präzisere Berichte." Zwei Ausnahmen, die Sanderson näher schildert, hätten allerdings gründliche Nachforschungen verdient.

Der eine Fall trug sich in Australien zu, als Sanderson zeitweilig in Melbourne lebte. Aus einem Kreisssaal in Queensland, mehrere tausend Kilometer entfernt, erreichte ihn in seiner Wohnung ein verzweifelter Hilferuf per Telefon: Eine Hochschwangere lag seit vierzehn Stunden in den Wehen, sie und ihr Kind schwebten inzwischen in Lebensgefahr. Weshalb kein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, blieb unklar. Während des fünf- bis sechsminütigen Telefonats versetzte sich Sanderson in jenen sonderbaren Bewusstseinszustand der "stillen" Intention, "von Nutzen" zu sein. Kaum war das Gespräch beendet, da widmete er sich wieder seinem Sohn, mit dem er gerade Holzmöbel bastelte. Keine zehn Minuten später klingelte das Telefon erneut: Wenige Sekunden nach dem ersten Anruf habe die Frau entbunden werden können, sie und ihr Baby sein wohlauf.

An ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen zu glauben, fällt in diesem Fall leichter als in einem zweiten, der in den Norden Hollands führt. Dort lebt Peter, ein Rundfunk-Diskjockey, der an Magenkrebs litt - in einem derart fortgeschrittenen Stadium, dass ihm der gesamte Magen operativ entfernt werden musste. Daraufhin verfiel er in tiefe Depression, war für niemanden mehr ansprechbar, kapselte sich selbst von seiner Frau und seiner Tochter ab. Ohne sein Wissen wandte sich ein Freund an Sanderson, der sich gerade in Amsterdam aufhielt. Immerhin liess sich Peter zu drei Fernheilsitzungen per Telefon bewegen. "Nach dem dritten Termin", versichert Sanderson, "berichtete mir Peter, dass die Ärzte seine Medikamente nahezu vollständig absetzen konnten, weil sein Körper plötzlich wieder irgendwie imstande war, die zur Verdauung nötige Gallenflüssigkeit selbst zu produzieren - so als hätte ein neuer Magen diese Aufgabe übernommen." Mit diesem Tag setzte bei Peter auch eine dramatische psychische Verwandlung ein: Lebensfreude und Interesse kehrten zurück.

Als Bewährungsprobe für seinen Ansatz wählte Sanderson eine der wohl grössten Herausforderungen, denen sich ein Heiler stellen kann: Sieben Jahre lang kümmerte er sich in der Tschernobyl-Region um radioaktiv Verstrahlte. Was er dabei erreichte, nötigte mehreren Chefärzten von Kliniken und selbst Vertretern des russischen Gesundheitsministeriums höchstes Lob ab. Für seine Verdienste wurde ihm 1992 der Albert-Schweitzer-Preis für Humanitäre Dienste in der Medizin verliehen. Bis die Kunde davon Westeuropa erreicht, ist es nur eine Frage der Zeit.

Ein "Wunderheiler" ist indes auch Sanderson nicht, wollte es niemals sein. Zwei Jahre nach der telefonischen Fernbehandlung starb Peter, der ehemalige Magenkrebspatient. Aber er tat es wohl mit einem Lächeln auf den Lippen. Und die Stille, in die er mit seinem letzten Atemzug fiel, war zumindest für ihn kein leeres, kaltes Nichts mehr.