Name:
Email:
Abonnieren Sie hier unser kostenloses «Rundmail», in dem wir Sie wöchentlich über unsere aktuellen Veranstaltungen informieren. Ausserdem finden Sie dort Psi-News und Fernsehtipps.
Hier finden Sie Rückmeldungen zu unserem Newsletter



Basler Psi-Verein
Neuweilerstrasse 15
CH-4054 Basel
Tel: 0041 61 383 97 20
Email: info@bpv.ch





Loading









 

Gedanken zu den
Heilungstagen mit João de Deus
- von Lucius Werthmüller

Vom 16. bis 18. Juli 2012 war der brasilianische Geistheiler João de Deus zum ersten Mal zu Besuch in der Schweiz. Insgesamt waren an den drei Tagen rund 10'000 Besucher anwesend. Im Folgenden finden Sie einige Gedanken zu seiner Arbeit und zu der Kritik, die diese Heilungstage mit dem wohl bekanntesten Heiler der Welt ausgelöst haben.

Die Erweckung
João Teixeira de Faria, heute meist als João de Deus bezeichnet, wurde am 24. Juni 1942 als Sohn einer armen Familie in ländlicher Umgebung in Brasilien geboren. Als Kind fiel er durch seine starke Willenskraft auf. Schon früh musste João die Schule verlassen, um seine Familie materiell zu unterstützen – somit verfügt er über keinerlei medizinische und anatomische Kenntnisse.
Das Erweckungserlebnis geschah im Alter von 16 Jahren. Er ging zu einem Fluss, um seine Sorgen und Sünden vom Leib zu waschen, als ihm die Heilige Santa Rita erschien und ihn aufforderte, ein spiritistisches Zentrum in Campo Grande aufzusuchen, wo er erwartet werde. João de Deus folgte der Anweisung und fiel spontan in Trance, nachdem er sich den Verantwortlichen vorgestellt hatte. Ein paar Stunden später wachte er ohne Erinnerung an das Geschehen wieder auf und entschuldigte sich für seine vermeintliche «Ohnmacht». Ein älteres Mitglied des Zentrums erklärte ihm, dass er nicht in Ohnmacht gefallen sei, sondern in Trance König Salomon inkorporiert habe und in diesem Zustand viele Menschen behandelt und Operationen durchgeführt habe.

 

 

Dies war der Beginn der heilerischen Karriere von João Teixeira de Faria. Fortan reiste er jahrzehntelang von Stadt zu Stadt, behandelte kostenlos Kranke und lebte von ihren Spenden. Heute sind es angeblich über 30 verstorbene Persönlichkeiten – unter ihnen Ignatius von Loyola, Franz von Assisi, König Salomon, Dr. Fritz – die durch ihn in Trance wirken. Die Wesenheiten «durchleuchten» Hilfesuchende innerhalb von kürzester Zeit und «verschreiben» ihnen die nächsten Handlungsschritte. Diese können eine Behandlung mit Kräutern, eine spirituelle Operation, Verhaltensvorschriften oder anderes umfassen. João wurde in dieser Zeit wiederholt wegen illegaler Ausübung ärztlicher Behandlungen bei den Polizeibehörden angeschwärzt. Einflussreiche Förderer und Bewunderer sorgten jedoch dafür, dass ihm das Schicksal seines bekannten Vorgängers Zé Arigo erspart blieb. Dieser legendäre Heiler, durch den das Geistwesen Dr. Fritz unzählige blutige Operationen durchführte, wurde in den 50-er Jahren trotz grosser Heilerfolge zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt. Nach wenigen Monaten wurde Zé Arigo jedoch vom damaligen Präsidenten Kubitschek, dessen Frau der Heiler das Leben gerettet hatte, begnadigt.

Die Casa
Der grosse Umbruch in Joãos Tätigkeit als Heiler erfolgte vor rund 30 Jahren. Damals liess er sich auf Anraten des Mediums und Förderers Chico Xavier in Abadiania nahe der Hauptstadt Brasilia nieder, wo er die Casa Dom Inacio de Loyola gründete. Heute ist João de Deus wohl der bekannteste Heiler der Welt und in seiner Heimat Brasilien eine respektierte und bewunderte Persönlichkeit, von der sich selbst der frühere Präsident Lula da Silva erfolgreich hat behandeln lassen. Zu den Hilfesuchenden gehören prominente Sportler, Politiker aber auch die Schauspielerinnen Shirley McLane und Janet Leigh. In der Casa finden sich viele Dankesbekundungen. So schmückt eine Urkunde mit dem Dank des Dalai Lama eine Wand der Casa, neben einem Dankeszertifikat eines ehemaligen Präsidenten von Peru – für seine eigene Heilung und die seines Sohnes. Auch spirituelle Lehrer wie Ram Dass sprechen in höchsten Tönen über Joãos Heilungsarbeit.

  João de Deus hat in den mehr als 50 Jahren seiner Tätigkeit geschätzte acht Millionen Menschen behandelt. Heilungssuchende aus allen Kontinenten, Kulturen und Religionen fanden Heilung oder zumindest eine Linderung ihrer Leiden. Dabei betont João immer wieder, dass nicht er heilt, sondern Gott – dass er nur als Kanal für göttliche Heilkräfte wirke. Die Behandlungen in der Casa sind prinzipiell kostenlos, Spenden sind willkommen. Klar ist, dass nicht jedem Menschen geholfen wird, der die Casa aufsucht. Dennoch ist es frappant, wie viele todkranke und verzweifelte Menschen bei ihm Hilfe gefunden haben. Es gibt unzählige ärztlich dokumentierte Heilerfolge, das in einem Masse, das mich überzeugt, dass neben dem zweifellosen – und auch erwünschtem – Placebo-Effekt noch andere unbekannte Kräfte am Werke sind.
Auch aus Europa reisen jedes Jahr zehntausende Hilfesuchende zu ihm. Die Reise nach Abadiania ist mit beträchtlichen Kosten und organisatorischem Aufwand verbunden. Hinzu kommt, dass viele Kranke aus gesundheitlichen Gründen gar nicht in der Lage sind eine solche Reise auf eigene Faust zu unternehmen.
Zumindest kostet ein Besuch bei ihm weit mehr als das Zehnfache des Preises, der für die Tageskarte in Winterthur verlangt wurde. An Arbeit fehlt es João beileibe nicht in seiner Heimat. Aus meiner Sicht ist es mehr als verständlich, dass er durch seine Auftritte im Ausland Geld generiert für den Betrieb seines grossen Heilzentrums mit über 200 ehrenamtlichen Mitwirkenden.
 

 

Kulturspezifische Rituale
Heilrituale – seien es kirchliche, religiöse oder schamanische – sind naturgemäss geprägt von der Kultur in der sie entstehen – sie sind kulturspezifisch. Einem Indianer oder Aboriginee dürften katholische, islamische, jüdische oder hinduistische Rituale sehr fremd vorkommen. Ebenso fremd erscheinen den meisten Europäern Zeremonien aus anderen Kulturkreisen. Die brasilianische Kultur besitzt etwas Dramatisches und hoch Emotionales, das einem nüchternen Schweizer aufgesetzt vorkommen kann. Brasilien ist eine Hochburg dramatischer religiöser Bewegungen wie dem Candomblé, dem Umbanda und auch dem romanischen Spiritismus, der zurückgeht auf den Franzosen Hippolyte Léon Denizard Rivail, bekannt geworden als Allan Kardec. Es verwundert nicht, dass ein spiritistisches Heilritual Europäern fremd anmuten kann. Der intellektuelle Anspruch, den viele von uns stellen, wird nicht bedient – wobei dies auch nicht die Absicht ist. Es geht vielmehr darum die Menschen für einen Heilungsprozess zu öffnen und diesen in Gang zu setzen. Der Ablauf der Heilungstage in Winterthur war eng angelehnt an denjenigen in der Casa in Abadiania.

 

 

Die Vorbereitung der Heilungssuchenden durch Gebete, ermutigende Ansprachen, Heilungsberichte und Selbstversenkung bildet bei diesen Ritualen eine wichtige Vorbereitung und einen integralen Bestandteil der Behandlung und des angestrebten Heilprozesses. Natürlich lässt die – auf Wunsch der Wesenheiten, die durch João in Trance arbeiten – uniform weissgewandete Menge Gedanken an eine sektenartige Struktur aufkommen. João missioniert jedoch in keiner Weise und behandelt alle Menschen gleich – ungeachtet ihres Glaubens, ihrer Rasse, ihres Geschlechts oder ihrer sozialen Stellung.

Das leide Geld
Es liegt auf der Hand, dass Besucher und Kritiker die Anzahl Teilnehmende zählen, diese mit dem Eintrittspreis multiplizieren und dabei auf eindrückliche Zahlen kommen, die den Anschein erwecken, dass die Veranstalter sich eine goldene Nase verdienen. Als Aussenstehender kann man sich verständlicherweise keine Vorstellung vom Aufwand machen, der hinter der Organisation eines solchen Events steckt. Das beginnt mit dem Knüpfen von Kontakten, der Evaluierung und Auswahl einer geeigneten Lokalität, geht über die Erstellung einer Website, dem Erstellen aller Texte sowie deren Übersetzen in zwei fremde Sprachen, der Organisation des Ticketverkaufs, der Korrespondenz mit Interessenten bis hin zu der Auswahl von gegen 200 Helfern, der Dekoration der Hallen, einem Sicherheits- und Verkehrskonzept, das Behörden vorgelegt werden muss – die Aufzählung liesse sich lange fortsetzen.
Neben dem organisatorischen Aufwand ist auch das finanzielle Engagement riesig. Dieses umfasst die Hallenmiete, die Dekoration der Hallen – so wurden tausende Quadratmeter Teppich verlegt, alle Wände und Decken verkleidet –, die Flugkosten für über zwanzig Personen aus Brasilien, Hotelkosten für alle angereisten Begleiter, Medien und Mitarbeiter, die Errichtung eines Essenszeltes für weit über tausend Personen, die Kosten für das Catering, das ein kostenloses Mittagessen für die Besucher bereitgestellt hat und vieles Weitere mehr.

Die Realität paranormaler Eingriffe
Die sogenannte Trancechirurgie, die vor allem in Brasilien vorkommt, ist die spektakulärste Form der mediuminen Trance. Meine erste Begegnung mit diesem Phänomen liegt mehr als 25 Jahre zurück. An den Basler Psi-Tagen 1986 begegnete ich dem brasilianischen Trancechirurgen Dr. Edson de Queiroz, der in Trance mit stark veränderter Stimme eine andere Sprache redete, Patienten ohne sterile Instrumente, ohne Anästhesie und ohne blutstillende Mittel operierte – ohne sich vorab zu informieren, unter welchen Beschwerden sie litten.

 


Der Trance-Chirurg Edson de Queiroz in der Schweiz

 

Im Anschluss an den Kongress hatte ich Gelegenheit dabei zu sein, als er an drei Tagen in einem Hotel in der Innerschweiz mehrere hundert Personen behandelte. Ich erlebte hautnah, wie die Patienten während der Operationen keine oder kaum Schmerzen empfanden und man sich mit ihnen normal unterhalten konnte, während sie operiert wurden. Während dieser drei Tage erlebte ich weitere paranormale Phänomene, unter anderem körperlich spürbare Berührungen von Geisterhand oder die Manipulation unserer Kameras.

In der Folge durfte ich weitere brasilianische Trancechirurgen wie Rubens da Faria und José Humberto bei der Arbeit beobachten. Besonders beeindruckt hat mich Romilda, die mich ohne Narkose am Hals operierte ohne dass ich Schmerz empfand. Die Realität der paranormalen Chirurgie steht für mich ausser Frage, da ich neben der Operation am eigenen Leib auch mehrfach auf Aufforderung des Heilers Rubens da Faria, widerstrebend meine Finger in geöffnete Bauchräume gesteckt habe, um mich davon überzeugen zu lassen, dass nicht getrickst wird.

 

Die brasilianische Heilerin Romilda Costa bei einer Operation an Lucius Werthmüller

Aus rechtlichen Gründen dürfen Heiler in der Schweiz keine physischen Operationen vornehmen. In seiner Heimat führt João de Deus auch chirurgische Eingriffe durch, die vielfach filmisch dokumentiert worden sind. Diese weisen eindeutige paranormale Anteile auf – so die von tausenden Patienten berichtete Schmerzfreiheit trotz fehlender Anästhesie oder die Tatsache, dass ungeachtet des Verzichts auf jegliche antiseptische Massnahmen bei den physischen Eingriffen keine Infektionen auftreten.
 

Die Hartnäckigkeit von Gerüchten
Unsäglich ist für mich die gebetsmühlenartig wiederholte Aussage des Religionswissenschaftlers Prof. Georg Otto Schmid, den der Sektenexperte Hugo Stamm in einem kritischen Bericht über den Event in Winterthur zitiert (siehe tagesanzeiger. ch). Schmid behauptet, dass doch schon lange klar sei, dass diese Operationen ohne Narkose nicht echt seien, dass längst «bewiesen» sei, dass es sich nur um Tricks unter dem Einsatz von Tierblut handle. Dabei bezieht sich Schmid zudem auf die philippinischen Logurgen, deren Heilmethoden sich beträchtlich von denjenigen der Brasilianer unterscheiden. Er schreibt, dass «solche physischen Eingriffe nichts als Taschenspielertricks (seien). Würde João de Deus dies eingestehen, könnte er die Operationen auch in Winterthur durchführen. ‚Doch er weiss natürlich, dass er trickst, kann es aber nicht zugeben, sonst wäre seine Glaubwürdigkeit dahin', erklärt Schmid.»
Es ist unwahrscheinlich, dass Schmid nicht weiss, dass João solche Eingriffe aus rechtlichen Gründen in der Schweiz nicht erlaubt sind. Wie leicht machen es sich doch solche Kritiker, die mit einem – zudem unbelegten – Vorwurf ohne Quellenangabe alle Studien, Beobachtungen und Dokumente von Ärzten, Wissenschaftlern und Betroffenen vom Tisch wischen. Ihnen genügt dazu ein einziger Satz, während die Verfechter eines paranormalen Anteils noch so viele Belege vorlegen können ohne ernst genommen zu werden.
Einer der Ursprünge dieser Behauptung liegt in einer Wissenschaftssendung des ZDF von Hoimar von Ditfurth Mitte der 1970er Jahre, in dem dieser behauptete, dass es sich bei allen Eingriffen philippinischer Logurgen um Tricks handle. Zum Beleg oder gar Beweis liess er einen Zauberkünstler auftreten, der solche Operationen nachstellen sollte. Zwar sahen diese nicht überzeugend aus, geschweige denn konnte der Trickkünstler mit hochgekrempelten Ärmeln Dutzende Operationen am Stück durchführen ohne den Raum zu verlassen, wie das echte Logurgen tun. Solche Beschuldigungen, Halbwahrheiten und Gerüchte bleiben ewig haften und führen dazu, dass die Sache abgehakt wird und sich niemand mehr an einem solchen Thema die Finger verbrennen will. Dabei kann jeder ernsthaft Interessierte noch heute auf den Philippinen oder in Brasilien solche medialen Operateure bei der Arbeit beobachten. Im Gegensatz zu anderen seltenen und ungewöhnlichen Phänomenen gibt es in den seltensten Fällen Einschränkungen was die fotografische oder filmische Dokumentation solcher Operationen angeht. Die entnommenen Gewebe- oder anderen Stücke können problemlos in einem Labor untersucht werden.

Die Angst vor dem Paranormalen
Es ist eine Tatsache, dass das Paranormale eine hohe Anziehungskraft auf Fälscher und Trickser ausübt. Ebenso unbestritten ist, dass es unechte philippinische Geistheiler oder Kornkreisfälscher gibt, wie es unstrittig ist, dass viele Medien in der Vergangenheit bei Manipulationen ertappt worden sind. Man macht es sich aber zu einfach, das Kind mit dem Bade auszuschütten und deshalb gleich allen Forschern und Erfahrungsberichten die Glaubwürdigkeit abzusprechen. Man hat auch nicht die ganze Gentechnologie-Forschung zum Betrug erklärt, weil vor ein paar Jahren ein koreanischer Forscher offensichtlich die Resultate seiner Forschungen gefälscht hat. Weil Hollywood-Filme Raumflüge glaubwürdig im Studio nachstellen können, ist das kein Beweis, dass die ganze Raumfahrt Betrug ist.

Typisch bei dieser Argumentationsweise ist, dass immer nur bestimmte Faktoren berücksichtigt werden und die Betrugsvorwürfe nur bestimmte Aspekte des hochkomplexen Geschehens berücksichtigen.

 

Aber das spielt keine Rolle, da wie erwähnt solche Gerüchte gerade im Internet-Zeitalter ewig haften bleiben.
Aus Angst im weglosen Gelände verloren zu gehen, haben Menschen die Tendenz, sich ein starres, fest gefügtes Weltbild zu zimmern an das sie sich klammern können. Haben Kritiker wie der Religionswissenschaftler Georg Schmid oder der Sektenspezialist Hugo Stamm sich je die Mühe gemacht, selbst solche Operationen zu beobachten? Wohl kaum, denn sonst würden sie wahrscheinlich über ihre eigenen Erfahrungen berichten. Eine solche Begegnung würde zudem die Gefahr bergen, dass sie sich von ihren sorgsam gehegten Vorurteilen verabschieden müssten, ein Risiko das kaum einer der Kritiker eingehen will.

João de Deus kommt auf Einladung von Spirit-Services diesen Sommer wieder nach Europa, um die Besucher an seiner Energie teilhaben zu lassen.

Berlin: 12. - 14. Juli 2013: www.joaodedeusberlin.de oder +43 664 943 67 84
Basel: 19. - 21. Juli 2013: www.joaodedeus.ch oder +41 61 301 84 31