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Lichtertanz im Keller -
eine experimentelle Séance mit der Scole-Gruppe

von Lucius Werthmüller, Präsident des Basler Psi Vereins (BPV)

Nach der Hochblüte des physikalischen Mediumismus in den zwanziger Jahren, wurde es in den letzten Jahrzehnten sehr still um diese spektakulären Phänomene. Zur Zeit scheint eine regelrechte Renaissance dieser Phänomene stattzufinden. Zu den bekanntesten Exponenten dieser Wiederbelebung gehört die Scole-Gruppe aus England, die in diesem Mai für Vorträge und experimentelle Sitzungen zu Gast in der Schweiz war (siehe PARA Nr. 15).

Physikalischer Mediumismus

Neben wenigen Ausnahmen wie Gordon Higginson (GB) schien diese handgreifliche Form des Mediumismus ausgestorben, so dass Bonin in seinem Lexikon der Parapsychologie 1976 feststellte, dass "...es zur Zeit in Europa keine Materialisationsmedien zu geben scheint."

Seit Beginn der neunziger Jahre hörte man immer wieder Erstaunliches von der Noah's Ark Society, die die Diskussion um diese umstrittenen Phänomene wieder neu belebte. Diese produziert die Phänomene im klassischen Stil mit Ektoplasma, einer feinstofflichen Substanz als Substrat der Materialisationen. Vor drei Jahren bildete Robin Foy, ehemaliger Chairman von Noah's Ark seine eigene Gruppe, die Scole Gruppe, die bald schon aufsehenerregende Resultate publizierte. Im Gegensatz zur Noah's Ark Society produziert die Scole-Gruppe die Phänomene ohne Ektoplasma. Robin Foy hält ihre eigene Arbeitsweise mit dem, was er als "Pure Spiritual Energy" bezeichnet für sehr vielversprechend, da diese Arbeitsweise für die Medien selbst viel gefahrloser sei.

Gespannte Erwartung

Die Sitzung fand in völliger Dunkelheit in einem Keller statt, der sonst als Musikraum genutzt wird. Wir wurden so plaziert, dass soweit möglich Männer und Frauen sich im Kreis abwechselten.

In der Mitte des Raums stand ein runder Tisch, auf dem in den vier Himmelsrichtungen Kristalle plaziert waren. Ausserdem waren auf dem Tisch vier fluoreszierende Punkte befestigt, um allfällige Bewegungen des Tischs besser beobachten zu können. An der Decke hingen drei kleine Glocken. Die vier Mitglieder der Gruppe trugen an ihren Handgelenken ebenfalls selbstleuchtende Bänder, so dass ihre Bewegungen während der ganzen Séance beobachtet werden konnten. Während der ganzen Séance wurde leise Musik ab Tonband gespielt.

Zu Beginn der Séance sprach Robin Foy ein kurzes Gebet, in dem er um Schutz und Führung bat. Robin ermunterte uns entspannt zu bleiben und nicht verkrampft in die Dunkelheit zu starren. Es wurde ausgemacht, alle ungewöhnlichen Wahrnehmungen sofort laut den anderen Teilnehmern bekanntzugeben.

Zwei der Gruppenmitglieder versanken daraufhin in einen Trancezustand. Als erstes meldete sich durch das eine Trancemedium Manu, ein Helfer der Scole-Gruppe, der sich anscheinend immer als erster Kommunikator meldet. Die Energie im Raum verdichtete sich in den nächsten Minuten spürbar, ohne dass etwas Aussergewöhnliches geschah. Wir wurden wiederholt aufgefordert, miteinander zu plaudern, so dass während der Sitzung teilweise fröhliche Kaffeekränzchenstimmung herrschte.

Tanz der Lichter

Die erste ungewöhnliche Erscheinung waren kleine, schwach aufflammende Lichtpunkte. Ich war mir nicht sicher, ob sie eine objektive Erscheinung waren oder einfach eine Reaktion meiner Augen auf die Dunkelheit. Sie verstärkten sich jedoch bald so, dass alle Anwesenden sie wahrnehmen konnten. Diese Lichtpunkte blitzten zuerst nur auf, begannen sich aber bald zu bewegen und in schnellen unvorhersehbaren Bewegungen im Raum herumzufliegen. Vorzugsweise verschwanden die "Glühwürmchen" in den leuchtenden Punkten, die auf dem Tisch angebracht waren und tauchten daraus wieder auf. Sie bewegten sich auch auf einzelne der Sitzungsteilnehmer zu; so kam eines zu mir und hinterliess in meiner Brust ein kribbelndes Gefühl. Einige dieser Lichtpunkte versammelten sich an der Decke und liessen die dort befestigten Glocken heftig läuten. Zu diesem Zeitpunkt wich die Spannung im Raum einer erwartungsfrohen Stimmung. Einer der Kommunikatoren liess vernehmen, dass die Voraussetzungen in diesem Raum für die Hervorbringung von Phänomenen sehr geeignet seien und daher eine spannende Sitzung zu erwarten sei.

Es ertönten darauf erste Geräusche aus allen Teilen des Raums und speziell aus der Mitte des Raums vom Tisch her. Dieser begann gut hörbar zu vibrieren. Er setzte sich in Bewegung und drehte sich, was dank den Leuchtpunkten gut sichtbar war. Zu dieser Zeit spürten viele Teilnehmer starke Temperaturschwankungen und Luftzüge. Dieses Phänomen scheint objektiver Natur zu sein und wird bei den Sitzungen in Scole mit Hilfe eines Windmessgeräts untersucht und dokumentiert.

Geisterhände und eine Stimme aus einer anderen Dimension

Schon bald kamen die ersten Meldungen von Berührungen durch Geisterhände. Auffallend war, dass fast alle unmittelbar vor der Berührung stark angeblasen wurden. Im Laufe des Abends wurde die Mehrzahl der Sitzungsteilnehmer von Händen berührt. Interessant war, dass drei verschiedene Geisthände wahrgenommen wurden. Einige spürten eine kleine Kinderhand, andere eine grosse, warme Männerhand, wieder andere eine feine Frauenhand. Als ich von dieser Frauenhand zuerst an den Knien und daraufhin an den Händen berührt und betastet wurde, versuchte ich erfolglos die Hand zu umfassen; sie entzog sich meinem Griff, um mich daraufhin wieder zu berühren. Meine Hand wurde dabei regelrecht abgetastet, wobei sich diese materialisierte Hand genauso anfühlte wie eine normale menschliche Hand.

Während der ganzen Zeit sprachen durch die beiden Trancemedien wechselnde Kommunikatoren mit deutlich verschiedenen Stimmen, Ausdrucksweisen und Botschaften. Die Mitteilungen reichten von saloppen Kommentaren zur abgespielten Musik und lockeren Sprüchen bis zu persönlichen Botschaften für einzelne Sitzungsteilnehmer. Alle Kommunikatoren schienen gut bekannt zu sein und wurden von Robin und seiner Frau Sandra jeweils mit Namen angesprochen.

Gegen Ende der Sitzung wurden wir Zeuge eines weiteren eindrücklichen Pänomens: der direkten Stimme. Zuerst leise meldete sich ein Kommunikator von der Decke in der Mitte des Raums. Die Stimme hatte einen leicht synthetischen Klang, war aber gut hörbar und verständlich. Auf die Aufforderung von Robin Foy hin wurde diese Stimme deutlich lauter. Es entspannte sich ein Smalltalk zwischen ihm und dem Kommunikator, der der Gruppe gut bekannt schien.

Die Sitzung endete damit, dass wir die enorm starken Energien im Raum in einer Heilmeditation in uns aufnahmen und an nicht anwesende heilungsbedürftige Personen weiterleiteten.

Nach längerer Angewöhnungszeit an das Licht konnten wir feststellen, dass sowohl die Glocken, die fluoreszierenden Punkte auf dem Tisch, als auch einige der an der Wand befestigten Musikinstrumente während der Sitzung bewegt worden waren und sich nicht mehr am ursprünglichen Ort befanden.

Das Wiederaufleben der physikalischen Medialität

Die oben beschriebene Séance fand nicht unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen statt. Zwar waren Zeugen bei der Einrichtung des Raums anwesend; weiter wurden keine Kontrollen vorgenommen. Allerdings waren die Bewegungen der Gruppenmitglieder an ihren fluoreszierenden Armbändern immer auszumachen. Seit über einem Jahr untersucht und dokumentiert aber die renommierte "Society for Psychic Research" (SPR) die vielen auftretenden Phänomene unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen. An den Basler Psi-Tagen werden neben Robin Foy auch Prof. Dr. David Fontana, der Präsident der SPR, und Montague Keen, einer der Versuchsleiter dieser Untersuchung, teilnehmen und über die Resultate ihrer Forschungen berichten. Neben dieser wissenschaftlichen Untersuchung ist der Scole Gruppe vor allem daran gelegen, Menschen dazu zu ermuntern, eigene Gruppen zur Entwicklung physikalischer Phänomene zu bilden. Dazu dient ihr Handbüchlein "A Basic Guide to the Development of Physical Psychic Phenomena", in dem das Vorgehen in einzelnen Schritten ausführlich erläutert wird. Es haben sich in der Schweiz schon mehrere Zirkel gebildet, die nach diesen Vorgaben arbeiten und auch schon erste Resultate aufweisen können.