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Die Kraft der Absicht in schamanischen Ritualen
von Nana Nauwald

  Rituale, die sich auf eine schamanische Weltsicht beziehen und in denen willentlich die sichtbaren und nicht-sichtbaren Welten erfahren werden, zeigen unabhängig von kulturellen Besonderheiten die grundlegende Struktur des Schamanismus: Wirklichkeit zu verändern durch Erfahrungs-Erkenntnisse – und diese durch Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse mit heilender, transformierender Absicht zum Wohle des Einzelnen und somit der Gemeinschaft in die Welt einzubringen. Rituale, die sich auf eine schamanische Weltsicht beziehen und in denen willentlich die sichtbaren und nicht-sichtbaren Welten erfahren werden, zeigen unabhängig von kulturellen Besonderheiten die grundlegende Struktur des Schamanismus: Wirklichkeit zu verändern durch Erfahrungs-Erkenntnisse – und diese durch Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse mit heilender, transformierender Absicht zum Wohle des Einzelnen und somit der Gemeinschaft in die Welt einzubringen.

Rituale, die sich auf eine schamanische Weltsicht beziehen und in denen willentlich die sichtbaren und nicht-sichtbaren Welten erfahren werden, zeigen unabhängig von kulturellen Besonderheiten die grundlegende Struktur des Schamanismus: Wirklichkeit zu verändern durch Erfahrungs-Erkenntnisse – und diese durch Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse mit heilender, transformierender Absicht zum Wohle des Einzelnen und somit der Gemeinschaft in die Welt einzubringen.
Ein Ritual macht die Absicht, willentlich einen anderen «Raum des Bewusstseinsfeldes» zu betreten, sinnlich erfahrbar: sichtbar, hörbar, riechbar, innerlich berührend.
Die Absicht, der innere Focus, mit der man in das Ritual der Wahrnehmung geht, bestimmt entscheidend die «Richtung» des Erlebens.
Als Teil eines geistigen Weges sich willentlich und focusiert in einen Zustand der veränderten Wahrnehmung zu versetzen, sich in das Bewusstseinsfeld «einzuschwingen», verändert den Menschen – nicht nur auf Grund biochemischer Körpervorgänge. Ein Training der Wahrnehmung im rituellen Zusammenhang der schamanischen Welten bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Entfaltung des eigenen Wesens.
Jede absichtliche Verbindung an das nicht-persönliche Bewusstseinsfeld ist zugleich eine Anbindung an das eigene Kreativitäts-Potential und kann in den Zustand führen, in dem die Vielfalt der Möglichkeiten einer kreativen Lösungs- und Lebensgestaltung zu erkennen sind.
Ein Weg, den unsere Vorfahren nutzten um ihre Absicht zur Veränderung von Wirklichkeiten zum Ausdruck zu bringen, war die Konzentrierung dieser Absicht in Objekten, die in besonderer Art und Weise errichtet oder bearbeitet wurden.  So z.B. in Form von ungestalteten und gestalteten Steinen an besonderen Plätze in der Natur – Quellen, Höhlen, Bergspitzen. Dort wurden die mit gezielter Information belegten Objekte als sichtbare Boten an die nicht-sichtbaren Mächte abgelegt.
Es ist die Absicht, die innere Kraft, die aus einem Stein etwas anderes macht als einen Stein.
Es ist der Geist, der sich nach innerlicher Vorbereitung auf das Wirken in den geistigen Welten hin in Aufmerksamkeit und Absicht bündelt.

 

Eine Feder ist eine Feder
von Nana Nauwald

Wir sitzen im Kreis, vor mir liegt die Feder des Habichts.
Jede Teilnehmerin des Seminars hat etwas mitgebracht, in dem sich ihre besondere Beziehung zu einem Tier ausdrückt. Im Kreis liegen eine Schwanenfeder, ein kleines Büschel grauer Haare vom Wolf, eine Adlerfeder, das gefleckte Fell eines jungen Hirschen, eine Bärenkralle, ein Bärenzahn, ein Stück abgestreifter Schlangenhaut, ein komplettes Hirschgeweih, die Feder einer Wildgans, der Flügel einer Krähe, eine getrocknete Erdkröte, drei Eulenfedern.
…….Ich bitte mir von der «Wildgansfrau» die Erlaubnis aus, ihre hellgraue  Feder für eine kleine Übung verwenden zu dürfen.
Neben mir liegen einige leichte Stoffbündel. Ich nehme eines auf, öffne es: 107 graue Federn unterschiedlicher Grösse, über die Jahre hin gesammelt auf den Wiesen der Elbmarsch. (Die anderen Bündel bergen: 107 weisse Gänsefedern, 33 Krähenfedern, 47 Federn vom Star, 23 Eulenfedern, 13 Bussardfedern, 27 Federn vom Eichelhäher)
Ich lege die geliehene Wildgansfeder dazu, stehe auf und öffne das Tuch. 107 und 1 Wildgansfedern fliegen in die Luft, fallen langsam segelnd herunter. Ich beobachte aus meinen Augenwinkeln den Schreck, der die «Wildgans-Frau» überfällt. 108 Wildgansfedern in allen Grössen bedecken den Teppichboden. Wie soll sie da «ihre» Feder wieder herausfinden?
«Was macht den Unterschied aus zwischen der Feder der Wildgansfrau und den anderen 107 Wildgansfedern?»
Schweigen. Ich bitte die Teilnehmerinnen, in diesem Schweigen zu bleiben und die Zeit bis zum Abendessen alleine draussen in der Natur zu verbringen. Am Abend werden wir dann unsere Einsichten zu der «Feder-Frage» austauschen.
Die Spielregel lautet: keine der Federn im Seminarraum darf bewegt werden!
Als ich am Abend den Seminarraum betrete, wird schon heftig diskutiert. Immer wieder zeigen Finger auf eine der Federn, die den Innenkreis unserer Sitzrunde bedecken. Einige der Teilnehmerinnen halten ihre «Tier-Teile» betrachtend in der Hand. Ob sie sich überlegen, wie sie eine unauffällige Markierung anbringen können? Sie trauen mir wohl zu, dass ich in meinem Koffer noch etliche Flügel, Krallen, Hörner oder Häute habe...
Es wird eine lange Nacht.
Was ist es, das aus einer «normalen» Feder ein wirkungsvolles Ritualwerkzeug macht?
Weder hebt sich eine der 108 grau-weissen Federn durch besondere Leuchtkraft hervor, noch bewirken die konzentrierten Spür- und Fühlversuche etwas, so oft auch sensible und auf das Erspüren von Energien geschulte Hände über die Federlandschaft streichen. Das sich die Federn bewegen, ist Folge des durch die Bewegung der Arme und Hände erzeugten Luftstroms. …..
Ich strecke meinen Arm aus, ergreife «die» Feder und gebe sie unter staunenden  Blicken der Wildgansfrau zurück.
Nein, ich bin weder hellsichtig noch habe ich «gezaubert» – ich habe einfach nur getrickst und «die» Feder mit einem Hauch meines Lippenstifts am Kielende versehen. Den Lippenstift hatte ich durch die beiläufige Bewegung vom Finger zum Mund auf den Finger gebracht.
So konnte ich «sie» von den anderen Federn unterscheiden. Ansonsten war die Feder nur eine Feder wie alle anderen Federn auch.
Eine Feder ist eine Feder.

Auszüge mit freundlicher Genehmigung des AT-Verlags aus Nana Nauwald: Schamanische Rituale der Wahrnehmung, Den Geist der Tiere erfahren – überliefertes Wissen aus europäischen Traditionen. AT-Verlag, 2005, CHF 34.90

Nana Nauwald  (DE), geb. 1947, ist Künstlerin, Buchautorin, Gastprofessorin für «Rituale der Wahrnehmung» an der Kunsthochschule Braunschweig sowie Dozentin für «Ekstatische Trance und Rituelle Körperhaltungen» im Felicitas-Goodman-Institut. Sie hat  jahrzehntelange Erfahrungen in der Erforschung der schamanischen Welten von indigenen Völkern mit dem Schwerpunkt auf dem Amazonasgebiet. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt Resonanzphänomenen. Siehe auch www.visionary-art.de. Infos zu ihren Veranstaltungen beim BPV finden Sie hier.