Name:
Email:
Abonnieren Sie hier unser kostenloses «Rundmail», in dem wir Sie wöchentlich über unsere aktuellen Veranstaltungen informieren. Ausserdem finden Sie dort Psi-News und Fernsehtipps.
Hier finden Sie Rückmeldungen zu unserem Newsletter



Basler Psi-Verein
Neuweilerstrasse 15
CH-4054 Basel
Tel: 0041 61 383 97 20
Email: info@bpv.ch





Loading









 

Feng Shui des Westens
Interview mit Dominik F. Rollé


Feng Shui des Westens geht von der Tatsache aus, dass jede Kultur über eigene Methoden verfügt, um die Energie eines Raumes in Harmonie zu bringen. Von der asiatischen Kultur sind die Techniken entliehen, die Energie eines Wohnraums zu erfassen und sie nach harmonischen Prinzipien aufzuwerten.

Was bedeutet der Ausdruck Feng Shui?
Dominik F. Rollé (DR): Feng bedeutet Wind, Shui bedeutet Wasser. Wind ist dabei der aktive Teil, der die Energie ausbreitet und verteilt. Wasser ist der passive Teil, der die Energie sammelt und mit der Materie verbindet. Zusammen sind sie die zwei Energieformen, die in einem Haus ins Gleichgewicht gebracht werden müssen, um die Bewohner gut zu unterstützen.

Feng Shui kommt aus China. Kannst du etwas über seine Entstehungsgeschichte erzählen?
DR: Über das Alter von Feng Shui gibt es verschiedene Angaben. Einige Quellen sprechen von 6000, andere von 3000 Jahren. Die Chinesen haben Feng Shui zuerst nur für die Verstorbenen eingesetzt, um ihre Ahnen zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Himmelsrichtung mit den richtigen Beigaben zu begraben. Dabei gingen sie von der Annahme aus, dass der Familiensegen mit der Unterstützung aus der Geistigen Welt gesichert werden kann. Erst später ist dann das Feng Shui für die Lebenden entstanden.

Worum geht es im Feng Shui?
DR: Im Feng Shui ist man bestrebt, den Energiefluss – das Chi – eines Ortes auf möglichst ideale Weise zu harmonisieren. Bewohner und Umgebung werden in einen nährenden Energieaustausch gebracht. Feng Shui ist eine Verbindung von Kunst und Wissenschaft, die in erster Linie auf genauer Beobachtung beruht. Ursprünglich wurden energetische Phänomene in der Natur untersucht, um die Behausungen möglichst harmonisch in die Umgebung einzubetten. Das westlich-analytische Denken ist hierbei zweitrangig, weil damit einfach nicht jedes energetische Phänomen erfasst werden kann.

Wie wurden energetische Phänomene untersucht?
DR: Die Zyklen der Natur wurden genau beobachtet: Feinste Veränderungen im Tages- oder Jahresablauf wurden wahrgenommen. Aufgrund ihrer Wahrnehmungen folgerten die Chinesen, dass sich die Energie immer weiterentwickelt. Dieses Wissen wurde auf den Menschen übertragen, denn auch er sollte sich ständig wandeln und weiterentwickeln können. Gerät er jedoch ins Stocken, dann kann er missmutig, krank oder unglücklich werden. Ein Feng Shui Berater schaut deshalb zuerst nach, wie und wo Energie fliesst. Dabei verwendet er die fünf Wandlungsphasen der Lebensenergie als Hilfsmittel, oder er arbeitet mit den Polaritäten von Yin und Yang. Damit kann er herausfinden, wo der
Energiefluss im Haus feststeckt.

Was verstehst du unter den fünf Wandlungsphasen der Energie? Hat das etwas mit den fünf Elementen zu tun?
DR: Ja. Im Feng Shui gibt es fünf Elemente: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Im Westen gibt es vier statische Elemente, im Osten sind die fünf Wandlungsphasen oder Elemente ein dynamisches System: Das Wasser nährt das Holz; dieses lässt Feuer brennen und damit Erde (Asche) entstehen; unter Druck entsteht in der Erde Metall, an dessen kalter Oberfläche wiederum Wasser kondensiert. Die
Energie durchwandert ständig diese fünf Wandlungsphasen, sie verwandelt sich gewissermassen von einem Zustand zum anderen.

Hat Feng Shui einen taoistischen Hintergrund?
DR: Wir wissen, dass Feng Shui aus dem Taoismus entstanden ist. Der Taoismus will eigentlich nicht manipulieren, sondern sich mit dem Umfeld verbinden: es geht dabei um Harmonie. Aber wie dies beim Menschen oft ist, kamen auch bei Feng Shui Praktikern Machtgelüste und Profitdenken auf. Natürlich ist es möglich, die Energie so zu manipulieren, dass die Bedürfnisse des Ego befriedigt werden. Das entspricht aber nicht dem Grundgedanken des Taoismus.


Die fünf Elemente in ihren Beziehungen

Lässt sich Feng Shui, das auf östlichem Gedankengut beruht, überhaupt in unserer Kultur anwenden?
DR: Feng Shui entspringt zwar einer Kultur, die der unseren in vielen Dingen diametral gegenübersteht. Aus diesem Grund lässt es sich nicht einfach unreflektiert in unsere Architektur übertragen. Es macht wenig Sinn, neben den Designermöbeln einen chinesischen Drachen aufzustellen oder eine rustikale Balkendecke mit Bambusflöten vollzuhängen. Westliches Feng Shui geht von der Annahme aus, dass jede Kultur über eigene Methoden verfügt, um die Energie eines Raumes in Harmonie zu bringen. Von der östlichen Kultur ist aber die Art entlehnt, eine Situation zu erfassen und die Prinzipien, wie ein Wohnraum optimiert werden kann.

Wie sieht es mit Symbolen aus?
DR: Wenn wir zum Beispiel den Drachen betrachten, dann hat er bei uns im Westen eine ganz andere Geschichte als im Osten. Dort ist der Drache die glückverheissende Kraft, die verehrt und gefeiert wird. Es gibt kaum ein Haus in dem nicht irgendwo ein Drachenmotiv anzutreffen ist. Bei uns kommt der Drache in erster Linie in Sakralbauten vor oder im Zusammenhang mit dem heiligen Georg, der die Erdkräfte zu bändigen versucht. Ich versuche in der Feng Shui Ausbildung die Leute dazu zu motivieren, mit Symbolen zu arbeiten, die aus unserem Kulturkreis stammen. Es gilt also, passende Symbole zu finden, deren Bedeutung analog sind.

Sind denn Symbole nicht universell?
DR: Bestimmt gibt es universelle Symbole, aber die meisten sind kulturell geprägt, sonst würden sich Kulturen nicht so verschieden ausdrücken. Das möchte ich respektieren.

Gibt es weitere Unterschiede zwischen dem ursprünglich asiatischen Feng Shui und dem westlichen Feng Shui, das Du lehrst oder in Beratungen anwendest?
DR: Eine Beratung läuft in beiden Kulturen ganz unterschiedlich ab. In China kommt ein Berater mit seinem Lo Pan – dem Feng Shui Kompass – und seinen Berechnungen in eine Familie und gibt ganz klare Anweisungen, was zu geschehen hat: Das Bett muss in diesen Raum, hier wird ein Kristall aufgehängt, dieses Fenster wird geöffnet und jenes geschlossen. All diese Anleitungen werden diskussionslos ausgeführt. Der Durchschnittschinese hat nicht das Bedürfnis zu verstehen, weshalb er diese Ratschläge bekommt. Durch seine Autoritätsgläubigkeit vergrössert sich die Chance, dass tatsächlich etwas passiert.
Ein derartiges Vorgehen ist im Westen nicht machbar. Wir sind Menschen einer Kultur, die verstehen wollen was sie tun. Entsprechend läuft hier die Beratung anders ab.

Wie gehst Du bei einer Beratung vor?
DR: Wenn ich einen Wohnraum betrete, versuche ich den Bewohnern zu zeigen, in welchen Lebensbereichen Herausforderungen sind, und wo sie gut dastehen. Es macht keinen Sinn eine Korrektur anzuwenden, ohne die Situation dem Klienten offen darzulegen. Ganzheitliches Feng Shui zielt stark auf eine innere Veränderung ab. Der Klient muss zuerst bereit sein, einen neuen Weg zu gehen. Dabei unterstützt die Feng Shui Korrektur den Schritt, den jemand zu vollziehen bereit ist. Ich erkundige mich immer nach den Schwierigkeiten und der aktuellen Lebenssitua-tion. So wird mir klar, welchen Herausforderungen sich der Klient stellen möchte und wo er auch tatsächlich Unterstützung braucht.

Hast du schon einmal jemandem den Rat gegeben, er soll am besten seine Wohnung verlassen?
DR: Bis jetzt ist das nur einmal vorgekommen. Dabei handelte es sich aber nicht um Feng Shui Kriterien, sondern um Elektrosmog. Bei der Ausmessung der Wohnung einer schwangeren Frau stellte sich heraus, dass es in der ganzen Wohnung keinen einzigen Raum gab, der den Grenzwert unterschritten hätte. Quelle dieser Belastung war ein Hochspannungsmast, den man nicht einfach mit Feng Shui Massnahmen unschädlich machen kann.

Du bietest eine Feng Shui Ausbildung an. Werden dort Themen wie Elektrosmog auch behandelt?
DR: Ja. Für uns ist ausserdem auch die Erdstrahlung sehr wichtig. Diese Themen werden gleich am Anfang der Feng Shui Ausbildung behandelt. Der Umgang mit Rute und Pendel wird hier aber nicht gelehrt. Es braucht längere Zeit, bis jemand seinen Willen ausschalten und dem Pendel die Führung überlassen kann. Wir können aber auch das Wachstum der Bäume in der Umgebung beobachten und daraus Rückschlüsse ziehen oder geeignete Messgeräte einsetzen. Mit den gezeigten Techniken können bereits einfache Sanierungsmassnahmen ergriffen werden.


Ein Hügel oder Berg hinter einem Haus beschützt dieses wirkungsvoll

 

Gleicht unsere Radiästhesie der östlichen Art Störzonen aufzufinden?
DR: Die Chinesen reden von Erdströmen, den Adern des Drachen, auf denen man sich nicht aufhalten sollte. Sie dürfen nicht zerschnitten oder überbaut werden. Das kennen wir auch von unserer Radiäs-thesie her. Wenn auf gewissen Linien ein Eisenpfahl eingeschlagen wird, dann streut es die Kraft und die Energielinie innerhalb der Erde wird unterbrochen. In China glaubt man, dass eine solche Handlung Unglück anzieht, das sich z. B. in Form von Krankheit manifestieren kann. In China unterscheidet man zwar nicht zwischen Globalgitter, Verwerfung oder Wasseradern, sondern betrachtet jede Anomalie als Ausdruck der Lebenskraft des Drachen, den man nicht erzürnen will.

Sprichst Du mit deiner Ausbildung Architekten an?
DR: Ich finde es sehr wertvoll, wenn sich Architekten mit Feng Shui auseinandersetzen. Bauwerke sind heute zum Teil museale Kunstobjekte geworden, aber vielfach sind sie nicht mehr Wohnraum für die Seele. Wenn Räume zu offen und zerklüftet sind oder viele Kanten haben, entsteht eine negativ prägende Energie. Dieses Phänomen entspricht unserer Zeit: wir werden kantiger, wir achten immer mehr auf unsere eigenen Bedürfnisse und sind ruhelos. Im Feng Shui spricht man da von einem extremen Yang Übergewicht, bei dem schliesslich auch die Gesundheit leiden kann.

Für wen ist die Ausbildung geeignet?
DR: Empfehlenswert ist die Ausbildung für Menschen, die mit dem Lebensraum bewusster umgehen möchten, sei dies nun aus beruflichen Gründen oder aus privatem Interesse. Feng Shui ist ein sehr wertvolles System, um die eigenen Wandlungsprozesse mit praktischen Gestaltungsmöglichkeiten zu unterstützen. Natürlich ist die Ausbildung auch für diejenigen geeignet, die beruflich mit Einrichtung, Bauen und Planen zu tun haben oder in Heilberufen tätig sind.

Bewirkt nicht vor allem die Bewusstmachung eines Konfliktbereiches eine Besserung?
DR: Das ist meiner Ansicht nach ganz klar das übergeordnete Ziel. Was haben wir letztlich in dieser Welt anderes zu tun als bewusster zu werden?

Das Interview führten Sabin Sütterlin und Lucius Werthmüller.