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Basler Psi-Verein
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Bericht über die Seance im Basler Psi-Verein vom 22.4.2008
von Marie de Castel-Balzac

Das Medium, Stewart Alexander, begrüsst eine bunte Schar interessierter, neugieriger, ca. 30 Damen und Herren im Alter von 20 – 80 Jahren. Darunter auch ein Parapsychologe, Hr. Dr. Locher, der allerdings nur schwer hört. Man kennt sich kaum. Einige scheinen viel über das Thema gelesen zu haben, und es gibt die typischen Eso-Damen, ein professoral anmutender Herr, der aber scheinbar keiner ist, aber auch einige kritisch eingestellte Herren.

Stewart spricht ein gepflegtes, gut verständliches Englisch, das simultan übersetzt wird. Die Vorstellung ist perfekt eingespielt, das Medium nimmt Rücksicht auf die Übersetzerin, die wortwörtlich ins Deutsche übersetzt. Die Präsentation ist humorvoll, mit viel Witz und Charme, aber auch Bescheidenheit. Klar strukturiert wird dargestellt wie das Medium zu seiner Medialität kam, die Ursprünge im Familienkreis, seine plötzliche Mediumschaft, was es an sich hat mit der so genannten Trompete, die Stewart in Händen hält und, dass die Séancen im Familienkreis während 15 Jahren, ausser Tee und Biskuits im Anschluss, nicht die geringsten Regungen hervorbrachten. Stewart stellt seine «Kommunikatoren» vor, die ihn seit nunmehr 40 Jahren begleiten und während der Séance durch ihn reden sollen. Auch geizt Stewart nicht an erheiternden Anekdoten. Die etwas verängstigt dreinschauenden Gäste werden beruhigt, es handle sich nur um sanfte Geister, und es käme garantiert niemand zu Schaden.
Hans, ein Basler Jurist, scheint der Weise im Kreis der Connaisseurs zu sein. Er lässt durchblicken, dass er sich auskennt, hat viel gelesen, und kennt die Szene und auch die privaten Séancen des Mediums. Hans erzählt, was also von dieser Séance so alles erwartet werden kann, und gibt auch noch zahlreiche Anekdoten zum Besten, die ihm selbst von der geistigen Welt beschert wurden.

Viel Zeit wird verwendet um auf die Risiken hinzuweisen, auf welche sich ein Medium während einer Séance einlässt. Die Séance findet im absoluten Dunkel statt, weil das Ektoplasma sehr empfindlich auf Lichteinwirkung reagiert und dem Medium unmittelbare, tödliche Verbrennungen zufügen kann. Es sind offenbar Medien bereits solchen «Unfällen» erlegen. Die Verhaltensregeln für die Teilnehmer sind also verständlicherweise streng – die Séance darf unter keinen Umständen in irgendwelcher Weise gestört oder unterbrochen werden. Ein Unterbruch würde einen Abbruch bedeuten.

Der Ablauf der Séance wird beschrieben und auch die möglichen Phänomene angekündigt. Auch wird darauf hingewiesen, dass man den gesunden Menschenverstand nie ausschalten solle. Die kritische Betrachtung der Phänomene ist also erwünscht.

Auch vom Leiter des Psi-Vereins, Luzius Werthmüller, wird nochmals auf die Risiken und Verhaltensregeln mit aller Deutlichkeit hingewiesen. Er berichtet von den vergangenen beiden Séancen am Vortag, die sich gesteigert und zu phänomenalen Erscheinungen geführt hätten, wie man sie noch selten beobachten konnte. Er äussert die Hoffnung, dass man annähernd an jene Erlebnisse gelangen würde. Selbst hoffe ich, dass sich dies nur in Bruchteilen erfüllte.
Der Raum wird vorgestellt. Ein ziemlich kühler, schlichter, offener Raum. Im Zentrum steht ein Kabäuschen, mit Lehnstuhl und schwarzen Vorhängen. Ein Tischchen, mit Glasplatte, unter welcher ein rotes Licht eingeschaltet werden kann. Der Raum wird völlig abgedunkelt, mit grossen Abdeckplatten, die von allen Seiten mit Abdeckbändern verklebt werden, damit auch sicher kein Licht einfallen kann.

Zur Verhaltensregel gehört auch, dass wir Teilnehmer nicht andächtig den Dingen, die da geschehen nur lauschen, sondern uns aktiv daran beteiligen sollten. Das heisst, kommunizieren, die Stimme erheben, reden mit den Medien und allen im Kreis Beteiligten, immer alles sofort und unverblümt mitteilen, was man fühlt, erlebt, ob man angetastet werde, etc..

Es gibt eine Pause, während dessen der Raum zum Séance Raum umfunktioniert wird. Die Stimmung ist eher bedrückt, denn kaum einer weiss, was uns erwartet. Es gibt Wasser und Salzgebäck. Zu kaufen gibt es auch ein Buch und 2 CDs mit den Durchsagen der Kommunikatoren. Für CHF 30.- ist das zu haben, das Angebot ist beschränkt, ich schaffe es noch das letzte Pakage zu ergattern. Es hat sich gelohnt.

Aller Schmuck, Utensilien, Brillen und sonstigen metallischen Gegenstände sind abzugeben, einige halten sich daran, allerdings längst nicht alle. Nach ca. 30 Minuten werden wir hereingebeten. Es gibt eine Eingangskontrolle nach Flughafenmanier. Damen und Herren werden mit Leibesvisite überprüft, damit ja kein Utensil mit in den Raum geschmuggelt wird.
Im Raum sind 30 Stühle eng in zwei Halbkreisen aufgestellt. Im Zentrum das Kabäuschen mit schwarzem Vorhang, davor ein altertümlicher Stuhl mit Armlehnen und das Tischchen mit Glasplatte und diversen Utensilien: Glocke, Trommelschläger, Kabelbinder, zwei Trompeten aus Pappmaché.

Alle Plätze sind mit den Namen der Seance Teilnehmer versehen, die Plätze wurden vorher verteilt. Mein Platz ist relativ nahe am Ort des Geschehens, links, zweite Reihe, Blick zum Ausgang und guter Blick auf den Sitz des Mediums – ich setze mich und fühle mich an jenem Ort sehr wohl. Wegen meines Vornamens sitze ich vermutlich in der Frauen-Reihe, ich weiss es nicht, links und rechts von mir sitzen jedenfalls nur Frauen.

Das Medium wird herein geführt und nimmt auf dem Stuhl Platz. Mit Kabelbindern wird das Medium an beiden Armen an den Stuhl gebunden. Satt und ordentlich zugezurrt. Jeder weiss, eine solche Kabelbinde kann nur mit der Zange gelöst werden. Danach wird das Licht ausgeschaltet, es herrscht vollkommene Dunkelheit. Es werden alle Teilnehmer nochmals angefragt, ob sie sich wirklich wohl fühlen. Jemand wechselt den Platz. Danach werden die Sicherungen herausgedreht, damit auch sicher das Licht während der Séance nicht eingeschaltet werden kann. Der Psi-Leiter hat eine Lampe mit rotem Licht. Die soll dann gegebenenfalls zum Einsatz kommen. Da bin ich etwas beruhigt.

Es herrscht totale Finsternis, der Raum ist absolut still. Ich vergewissere mich nach links, nach recht, nach vorne nach hinten, absolut nichts ist sichtbar – alles schwarz.
Ich stelle mich darauf ein, dass wir nun so ca. 1 Std. sitzen würden, und sich nichts ereignet. Weit gefehlt. Es vergehen keine 5 Minuten, da erklingt von Seiten des Mediums ein beängstigendes Röcheln. Und plötzlich erhebt sich eine Stimme, es ist die Stimme des Mediums, in eher theatralisch anmutender Manier. Die Anwesenden werden feierlich begrüsst. Trudi Gerster könnte es nicht besser. Die Stimme ist klar jene von Stewart, aber überzeichnet, etwa so, wie wenn wir ein Ungetüm nachahmen würden, wie in einer spannenden Märchenstunde.

Es dauert eine Weile, bis ich begreife, dass unser Medium bereits in Trance steht und, dass das erste Kommunikationwesen, das traditionellerweise den Spuk ankündigt, sich bereits manifestiert. Es scheint ein echter Charmeur zu sein, der das Anbaggern von Frauen, trotz seines feinstofflichen Zustandes, noch längst nicht beiseite gelegt hat.

Exakt wie es beschrieben wurde in der vorgängigen Einführung, meldet sich ein Wesen nach dem anderen. Jedes verabschiedet sich mit einem Ekel erregenden Röcheln des Mediums, bis sich das nächste Wesen aufbaut und äussern kann.

Als nächstes meldet sich angeblich eine Frau. Stewart mimt jedenfalls eine Frauenstimme. Das klingt anfänglich ziemlich lächerlich. Aber die Wesen erklären, dass sie sich den stimmlichen und physischen Möglichkeiten des Mediums bedienen würden. Das erklärt manches. Die Durchsagen sind sehr humoristisch, betulich witzig und menschlich, führen zu netten Lachern im Plenum. Allerdings ist der Gesprächsinhalt eher banal, mit wenig «Tiefgang».
Die Stimmung im Raum wird heiter, aufgewühlt, und man hat den Eindruck, dass sich die Teilnehmer sehr auf das einlassen was da an Stimmerscheinungen zu vernehmen ist. Alle Durchsagen werden simultan übersetzt. Es fällt auf, dass alle Wesen, die durch Stewart sprechen, ein sehr gepflegtes Englisch sprechen, selbst der Indianer, aber das mag damit erklärbar sein, dass sie sich eben der physischen Möglichkeiten des Mediums bedienen, und in dessen Stimmregistern wohl kein Apatcho steckt. Unser Glück, wir würden es nicht verstehen.
Zwischendurch ist auch etwas zu erfahren über die geistige, jenseitige Welt. Wir erfahren, dass wir in der diesseitigen Welt in einer illusionistischen Welt leben, und die Geister in einer unbegrenzten Welt, worin alles möglich sei.

Ein Wesen nach dem anderen meldet sich. Am Schluss Dr. Barnett, der allerdings Mühe hat, sich stimmlich aufzubauen. Die Teilnehmer werden wiederholt um Energie gebeten.
Sehr bald werden Teilnehmer aus dem Teilnehmerkreis direkt angerufen. Ausschliesslich Frauen, wie es sich für einen Charmeur geziemt. Es werden Teilnehmer angerufen und es werden ihnen Mitteilungen angekündigt, die aber erst später folgen sollen. Ganz besonders unser Parapsychologe scheint es den Geistern angetan zu haben.

Eine Dame darf sich unmittelbar neben das Medium setzen. Sie wird aufgefordert den Arm des Mediums zu berühren. Dann folgt die erste spektakuläre Einlage, die bereits bei den Einführungsreferaten beschrieben wurde. Das Medium befreit sich von den Kabelbindern. Das spielt sich alles in absoluter Finsternis ab, und nach einem kurzen Knistern, scheint die Dame zu bestätigen, dass sich der linke Arm des Mediums hebt und von der Fessel frei ist. Ein ungeheuerliches Phänomen, und offenbar für die Dame sichtbar. Das Kabelband hat sich durch die hölzerne Lehne des Stuhles hindurch bewegt, und erlaubte dem Medium die Befreiung.
Das Medium wird von unsichtbarer Hand wieder am Stuhl mit Kabelbinder festgemacht. Das Festzurren ist hörbar. Und erneut wird das Phänomen wiederholt. Besser noch, die Kabelbinden beider Arme wurden befreit und der Dame in die Hand gelegt. Nicht einzeln. Nein, die beiden Kabelbinden sind zusammengebunden.

Danach wird das Medium wiederum mit Kabelbinder von den Geistwesen an den Stuhl gefesselt, was immer wieder auch mit einem leisen «ratsch» hörbar ist. Das Erstaunen ist allseits gross, aber dies ist erst der Anfang von dem, was noch folgen soll.
Zwischendurch sind beim Medium regelrechte Energieabstürze festzustellen, was sich damit bemerkbar macht, dass die Kommunikatoren Mühe haben sich zu manifestieren. Der Kreis wird aufgefordert ein Lied zu singen. Das hilft. «Lustig ist das Zigeuner Leben», allerdings nur die erste Strophe, oder «es Bure Büebli mani nit» scheinen Wunder zu wirken. Gesungen wird einstimmig und inbrünstig, das hilft unter anderem auch die Ängste im Raum zu verscheuchen.
Unsere Aufmerksamkeit wird auf die am Boden liegenden Trompeten gelenkt, die sichtbar sind, da sie an ihrem Trichter ein phosphorisierendes Band tragen. Es sind nicht wirkliche Trompeten. Es sind konische Aluminium-Röhren, die Trompeten ähneln. Eine Messingtrompete wäre für die folgenden Phänomene wohl zu schwer, die vorliegenden wiegen aber doch immerhin schätzungsweise 200 g.

Da geschieht das Unglaubliche. Eine Trompete bewegt sich, klopft heftig auf den Boden, beginnt sich zu wiegen, steigt hoch über unsere Köpfe, schwingt hin und her, in kurzen und weiten Bewegungen durch den Raum über unseren Köpfen, als würde sie von einem langen Arm geführt. Die Bewegung ist exakt und schwungvoll. Die Trompete berührt einige Teilnehmer, schwingt wieder hoch und runter. Das dauert einige Minuten so. Die zweite Trompete liegt noch immer am Boden, scheint die Kraft einer Levitation nicht zu empfangen. Da wird diese von der ersten erfasst, das heisst die erste Trompete stülpt sich am Boden über die andere und trägt diese in die Höhe. Unglaublich ist dieses Schauspiel. Vor mir, kaum 30 cm, kreisen die Trompeten in hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse, machen Kreisbewegungen, dass einem ganz närrisch wird, heben sich wieder hoch und fliegen durch den Raum als wär’s ein Kinderspiel. Das Spektakel endet mit einer heftigen Landung, und es klopft irgendwo im Raum.

Nun wird das Tischchen mit der Glasplatte vom Kommunikator verlangt und zum Medium näher gerückt. Es folgt eine Erklärung über das so genannte Ektoplasma und es wird angekündigt, dass sich nun eine Hand materialisieren werde. Das Tischchen hat inwendig eine rote Lampe die nun eingeschaltet wird. Die Tischplatte wird dadurch schwach sichtbar. Eine Dame darf sich als Zeugin vor das Tischchen setzen und wird aufgefordert simultan und laut alles zu beschreiben, was sie sieht. Ich sitze sehr nahe an dem Geschehen und kann alles gut beobachten.

Langsam baut sich eine rauchähnliche, weisse Substanz vom unteren Ende der Tischplatte auf, zusehends wird diese Substanz fester, textilhaft, wie wenn ein zerfetztes Seidentuch im Luftkanal flattert, und an der Spitze entfalten sich Extremitäten, die zusehends eine wohlgeformte, rundliche, kräftige Hand bilden. Währenddessen das Medium im Hintergrund am Stuhl gebunden sitzt, festgezurrt an den Kabelriemen. Die materialisierte Hand schwebt über der Tischplatte und zieht sich langsam wieder zurück.

Damit keinerlei falsche Vermutungen aufkommen, kündigt der Geist eine Verschärfung der Versuchsanlage an. Es werden 3 Damen aufgefordert ihre Hände auf die Glasplatte des Tischchens zu legen. Das Medium wird von unsichtbarer Hand von den Fesseln befreit und legt ebenfalls die Hände auf die Glasplatte. Es sind also 8 Hände sichtbar. Es ist kaum zu glauben, die Hand materialisiert sich erneut, legt sich auf die Hände der Damen, und es gelingt auch, die Hand zu einem Handshaking anzufassen und zu bewegen. Wie später zu erfahren war, habe sich diese materialisierte Hand als warme Männerhand angefühlt, angenehm, nicht aussergewöhnlich.

Die Geistwesen haben damit versucht die absolute Echtheit der jenseitigen Welt zu beweisen, was im Raum kritiklos entgegen genommen wird. Der Spuk endet mit einem heftigen Verschieben des Tischchens, Heben und lautes Klopfen desselben, und einem humoristischen, selbstbewussten Kommentar des Geistwesens.

Die ganze Séance wird von den Geistern begleitet. Sie nehmen eine Art Zirkusdirektoren-, Moderatoren-Funktion ein, kaum ist ein Spuk vorüber, folgt schon die nächste Nummer.
Die Trommelschläger schlagen nun rhythmisch auf das Tischchen, als wäre ein Basler am Werk. Das Spektakel ist unglaublich. Die Runde ist erheitert und ausser sich. Es wird geklatscht, laut gedankt, gelacht. Einfach spektakulär.

Es meldet sich ein Geistwesen das eine Durchsage für unseren Parapsychologen macht. Es lässt Grüsse eines verstorbenen Parapsychologen an Kollega Locher ausrichten, und lässt mitteilen, dass dieser seine Arbeit über Transtelepathie weiterführe und damit noch längst nicht fertig sei. Dr. Locher bestätigt, Kenntnis von dieser Arbeit und diesem Verstorbenen zu haben, und freut sich ausserordentlich. Für mich selbst etwas befremdend – da weiss man also in der jenseitigen Welt noch immer nicht, wie die Dinge zusammenhängen.

Danach scheint sich das Geistwesen Dr. Barnett wieder zu melden. Sehr leise, röchelnd, manchmal lauter, dann wieder verstummt. Mit Singsang, und lauter Begrüssung und Aufmunterung der Teilnehmenden, geschieht dann langsam das Unglaublichste dieses Abends.
Das Medium wird mit einem starken Ruck von den Geistern in das Kabäuschen geschoben, nicht sichtbar, aber deutlich hörbar vernimmt man das schwere Schieben des Sessels, auf dem das Medium gefesselt sitzt.

Man vernimmt das Zuziehen des schwarzen Vorhangs. Ein Gerumpel, Röcheln, Keuchen, es wird einem ganz angst und bange, und man ist versucht den Arzt herbei zu führen. Selbst an das Dunkle gewöhnt beginnt man langsam die Stimmen und Geräusche, die man hört, besser räumlich zu orten. Die Stimme des Mediums, resp. die des Geistes das durch das Medium spricht, Dr. Barnett, wird lauter, und hebt sich räumlich höher und höher innerhalb des Kabäuschens, bis dass der Eindruck entsteht, jetzt sei er ganz oben an der 2,5 m hohen Decke angelangt. Einige sehen ein Lichtchen, das mir aber entgeht. Dr. Barnett spricht, und plötzlich beginnt sich diese Stimme zu nähern, durch den Raum auf uns zu bewegen. Ein kühler Luftzug streicht durch den inzwischen sehr warm gewordenen Raum. Die Stimme kommt näher und näher auf uns zu. Man hat den Eindruck ein grosses stattliches Wesen schreite durch den Raum. Und tatsächlich, in den vorderen Reihen wird Meldung gemacht, von segnenden Händen auf Kopf und Schultern oder, dass Hände vom Schoss hoch gezogen und gehalten würden. Jemandem steht Dr. Barnett gar auf die Füsse. Das Phänomen ist ungeheuerlich. Mich selbst trifft (zum Glück) keine Berührung, aber die Wesenheit ist auch für mich im Raum klar zu orten. Die gegenüber sitzende Reihe nimmt offenbar noch eine zweite Wesenheit wahr die sich aber nicht stimmlich manifestiert.

Der Moment ist bewegend. Angst kennt kaum jemand, Dr. Barnett wird freudig begrüsst. Er löst sich aber auch relativ schnell wieder auf und ist plötzlich verschwunden. Das Spektakel hat aber doch einige Minuten gedauert.

Am Schluss verabschiedet sich der Regisseur der Geistwesen wieder mit einem Epilog. Wir wüssten nun, wie es in der geistigen Welt zu und her gehe, und müssten uns nicht um das Jenseitige fürchten. Da kommen mir wieder Zweifel auf. Es müsste ja wirklich nicht sehr spannend sein in jener Welt, wenn man sich nur mit Klopfen und Kratzen manifestieren könne.
Wenn auch der Inhalt der Durchsagen dürftig und sehr banal war, und nicht wirklich Neues mitgeteilt wurde, das nicht längst bekannt ist, so waren doch die physischen Phänomene beeindruckend. Laut Zeugen und dem Medium selbst, seien die physischen Phänomene im privaten Zirkel noch weit spektakulärer. Die Geistwesen würden sich dort mit Ektoplasma materialisieren und es sei dort auch leichter mit rotem Licht zu arbeiten, so dass mehr Details der Manifestationen zu sehen seien. Der stichhaltige Beweis blieb aus, ob es sich bei den angeblichen Kommunikatoren oder Geistwesen wirklich um Verstorbene handelte. Lassen wir diese Sache, ohne weiter zu hinterfragen, mal so stehen. Dass aber unser physikalisches Weltbild unvollständig ist und einiges sich auch anders bewegen kann als wir es annehmen, wurde an jenem Abend, einmal mehr, deutlich demonstriert. Schade war allerdings, dass keine Physiker anwesend waren. In der Tat hätte ich mir einen fachlich tiefgründigeren Exkurs gewünscht. Was wir da zu sehen bekamen, war ja nicht irgend was banales, sondern etwas sensationelles und eher erschütterndes, erschütternd für die Wissenschaft und all ihre Gesetze.

Marie de Castel-Balzac