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Basler Psi-Verein
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Interview mit Pascal Voggenhuber

Pascal Voggenhuber, geboren am 11.2. 1980, ist eines der jüngsten Schweizer Medien. Bereits als Kind konnte er Verstorbene sehen und hatte Kontakt mit seinen Geistführern und Schutzengeln. An öffentlichen Auftritten überzeugte er mit berührenden Botschaften aus dem Jenseits. Seine Begabung sieht er vor allem als Verpflichtung, Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Im März 2007 erschien sein Buch Leben in zwei Welten, das zum Bestseller wurde. Im Herbst dieses Jahres erschien sein zweites Buch Nachricht aus dem Jenseits, das auf Platz 1 der Schweizer Bestsellerliste für Sachbücher kletterte. Das Schweizer Fernsehen drehte ein sensibles Porträt für die Sendereihe Reporter, das im September ausgestrahlt wurde. Dieses ist auf der Website von www.sf.tv unter der Rubrik Reporter abrufbar. Wir haben Pascal diesen Sommer kennen gelernt und waren angetan von seiner jugendlichen Frische und seiner Offenheit. Daher freuen wir uns sehr, dass Pascal beim Basler Psi-Verein Ende März 2009 ein Wochenendseminar anbietet. Im Folgenden finden Sie mit freundlicher Genehmigung des Giger Verlags Auszüge aus einem  Interview mit Pascal Voggenhuber, das den Abschluss des ersten Buches bildet. (lw)

Ist die Hellsichtigkeit für dich eine Gabe oder ein Fluch?
Früher betrachtete ich sie als Fluch, später als besondere Gabe. Heute sehe ich sie weder als Gabe noch als Fluch, sie ist einfach ein Teil von mir. Gabe oder Fluch ist unwichtig, wichtig ist allein, was man daraus macht. Hellsichtig zu sein, heisst noch lange nicht, dass man ein guter und spiritueller Mensch ist. Das wird zwar von vielen Hellsichtigen so verkauft, aber es stimmt nicht. Im Grunde genommen ist jeder Mensch hellsichtig. Auch viele Satanisten sind Medien und hellsichtig. Das zeigt dann ziemlich deutlich, dass man kein besonderer Mensch ist, nur weil man mehr sieht als andere.

Was hältst du von Wahrsagerei?
Ich sehe mich nicht als Wahrsager oder Zukunftsdeuter. Ich bin ein Mensch und habe mediale Fähigkeiten, dadurch empfange ich Botschaften aus anderen Dimensionen. Doch warum sollte ich einem Menschen sagen, was morgen auf ihn zukommt? Ich halte es für sinnvoller, ihm dabei zu helfen, seine Muster aufzulösen. Oder ihm zu sagen, wo ich das Problem sehe und was er tun könnte, um es zu lösen, oder woher es kommt. Oder einen Kontakt zu einem verstorbenen Angehörigen herzustellen, damit dieser seine Trauer verarbeiten kann. Doch es bringt nicht viel, wenn ich sage, es passiert dieses oder jenes in deinem Leben. Weiterentwicklung des eigenen ICH, darin sehe ich Sinn. Die Menschen auf IHREN Weg zu führen, dafür möchte ich meine Hellsichtigkeit einsetzen und nicht, um ihnen zu sagen, wann sie die perfekte Liebe finden werden. Zukunftsprognosen halte ich nur in wenigen Fällen für sinnvoll. Wichtiger ist, dass der Mensch im Jetzt sein Leben leben kann. 

Aber du kannst die Zukunft sehen, oder?
Ja, es gibt Dinge, die ich vorhersehe, wenn ich das möchte.

Du hast bei vielen Dingen eine komplett andere Ansicht als andere Hellseher oder Medien, woher weisst du, dass du recht hast?
Ich habe recht, weil ich nicht recht haben möchte! Wie gesagt, es ist nur meine Meinung, und ich vertrete nur das, was ich sehe. Ich habe aufgehört, in Büchern nachzulesen, wie es ›ist‹, sondern habe mich auf den Weg gemacht, um es selbst her-auszufinden. Ob es dann für alle richtig ist, weiss ich nicht. Doch für mich ist meine gefundene Wahrheit richtig – bis ich eine neue Wahrheit finde oder einen Beweis dafür bekomme, dass ich nicht recht habe. Doch mir geht es auch nicht darum, recht zu haben, ich kann nur meine Meinung vertreten. Nur weil in hundert Büchern XY steht und tausend Leute XY sagen, heisst das nicht, dass es so ist. Wenn ich YY sehe, dann sage ich das. Ob ich allein dastehe oder nicht. Hätte niemand gesagt, dass die Erde rund ist, oder angefangen, Häuser zu bauen, würden wir heute noch in Höhlen wohnen. Vielleicht sehe ich die Dinge falsch. Kann gut sein. Doch für mich sind sie richtig, und ich will ja nicht, dass die Menschen mir glauben, sondern dass sie ihre Wahrheit finden.
Meistens herrscht bei deinen Vorträgen eine heitere Stimmung. Die Zuhörer lachen viel, auch wenn es um sehr ernste Themen geht. Nimmst du die Themen nicht ernst?
Doch, natürlich nehme ich sie ernst. Aber nur weil es vielleicht schwierige Themen sind, heisst das ja nicht, dass man nicht Spass haben darf. Wenn in den Kirchen wieder mehr gelacht würde, würden die Menschen auch viel lieber wieder dorthin gehen. Ich mache ja nicht den Clown, sondern bin so, wie ich bin. Wenn die Menschen lachen, freut mich das, denn Lachen ist die beste Therapie. Ich glaube, Gott ist ein sehr humorvoller Typ. Sind wir doch mal ehrlich, er muss viel Humor gehabt haben, als er uns geschaffen hat. Hätte er keinen Humor, und würde er sich nicht gern unterhalten, hätte er uns bestimmt nicht so geschaffen, wie wir sind. Ein Tier ist bei weitem nicht so unterhaltsam und lustig wie ein Mensch. Stell dir nur vor, du sitzt auf einer Wolke und bist selbst kein Mensch, wie lustig dies wäre! Ach so, ich glaube nicht, dass Gott auf einer Wolke sitzt. Nur damit keine Gerüchte kursieren. Er sitzt natürlich auf seinem Thron und hat einen weissen langen Bart.

Gibt es Tage, an denen du dir wünschst, nicht hellsichtig zu sein?
Ja, auch diese Tage gibt es. Vor allem, wenn ich schlimme Dinge sehe. Wenn mich zum Beispiel ein guter Freund etwas fragt, und ich weiss, dass es nicht gut ausgehen wird. Das sind sehr unangenehme Situationen. Oder ein anderes Beispiel: Als ich noch mit Sandra zusammen war, war sie auf Wohnungssuche, und als sie ihre Traumwohnung gefunden hatte, rief sie mich an und erzählte: »Ich habe eine ganz schöne Wohnung angeschaut, hoffe nur, ich bekomme sie!« Sie hörte gar nicht mehr auf zu schwärmen, aber als sie mir davon erzählte, wusste ich schon, dass sie die Wohnung nicht bekommen würde. Ich wollte es ihr nicht sagen, da sie sonst vielleicht wütend auf mich geworden wäre. Stattdessen zählte ich alle Nachteile dieser Wohnung auf, ich wollte ihr die Enttäuschung ersparen. Der Schuss ging nach hinten los. Sie war sauer und verstand nicht, warum ich ihr alles miesmachte. Ich verstand sie, und als sie die Wohnung wirklich nicht bekam, konnte ich ihr die Wahrheit sagen. Da meinte sie: »Weisst du, manchmal wäre es mir lieber, du würdest es einfach sagen, wenn du siehst, dass etwas schiefgehen wird, als mir alles mieszumachen, nur damit ich nicht so enttäuscht bin.« Damit hatte sie recht. Doch manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich immer die ›Wahrheit‹ sehe, auch ich bekomme viele falsche Informationen oder verstehe die Visionen erst im Nachhinein. Es ist auch nicht ganz einfach, wenn du beispielsweise jemanden siehst und weisst, dass gerade sein Vater oder ein anderer Verwandter gestorben ist. Ist mir gerade kürzlich passiert. Ich war am Bahnhof und wollte Sibylle abholen, sie kam mit einer Kollegin, wir haben kurz hallo und tschüss gesagt, und ich wusste, dass der Vater der Kollegin gestorben war. Zwei Tage später fragte ich Sibylle, ob es stimmte, und sie bestätigte es. In solchen Situationen weiss ich nicht, wie ich mich verhalten soll: Soll ich einfach so tun, als wüsste ich nichts, oder soll ich etwas sagen? Das ist manchmal sehr schwer, aber im Grossen und Ganzen sind ich und meine Medialität richtig gute Freunde geworden.

Wenn du alles siehst, haben die Menschen dann nicht auch Angst vor dir? Und wie sieht das in der Beziehung aus?
Eine nicht ganz leichte Frage, da müsste man die Menschen um mich herum fragen. Ich sehe ja nicht alles! Wenn ich auf einen Menschen treffe, weiss ich nicht um seine tiefsten Geheimnisse, sondern ich sehe Kleinigkeiten, mit denen er sich gerade beschäftigt. Wenn mir Menschen Fragen stellen oder mir etwas erzählen, bekomme ich meistens die Antwort oder sehe mehr. Es ist oft so, dass sich die geistige Welt erst meldet, wenn ich etwas gefragt werde und mich danach verabschiede. Es gibt aber auch manche Tage oder Situationen, da weiss ich schon vorher, was kommt, aber die sind nicht so häufig. Ich schaue ja nicht einfach in die Menschen hinein. Mein Lehrer sagt immer: »In der Zeitung von anderen Menschen, liest man ja auch nicht, ohne vorher zu fragen.« Auch wenn es verdammt spannend ist. Früher fand ich es schon sehr interessant, in die Menschen hineinzuschauen, aber ich habe bald gemerkt, dass das nicht gut ist. Ich höre oft: »Weisst du, bei dir kann ich mich nie hinter einer Maske verstecken, denn ich weiss, sobald ich versuche, etwas vor dir zu verbergen, siehst du es sofort.« Das ist leider so: Wenn jemand versucht, mir krampfhaft etwas vorzumachen, sehe ich es meistens, zum Beispiel wenn jemand sagt, es gehe ihm gut, obwohl es nicht stimmt. Das sind Situationen, in denen ich gerne helfen würde, doch ich weiss, dass ich das nicht darf – erst wenn der Betreffende mich fragt, was ich davon halte. Manchmal gebe ich einfach unbewusst einen Hinweis oder erzähle etwas aus meinem Leben, etwa eine ähnliche Situation, und hoffe, der andere versteht meinen kleinen Wink. Sandra hat mir einmal gesagt: «Deine Geschichten erzählst du nie einfach so, sie enthalten immer einen kleinen Lernprozess für mich.» Doch manchmal weiss ich nicht mal, warum ich diese oder jene Geschichte erzähle. Mir wird einfach durchgegeben, erzähl dies oder sag jenes, und erst an der Reaktion meiner Zuhörer merke ich, warum ich etwas erzählen musste. Ich bin  nur ein Werkzeug der geistigen Welt, keine Vision oder Wissen kommt von mir, sondern wird mir gegeben.

Du sprichst oft davon, dass wir eine Aufgabe auf der Erde haben und dass es einen Grund gibt, warum eine Seele hier inkarniert. Glaubst du, wir sind wie in einer Schule und das Klassenzimmer ist die Erde?
Ja, so könnte man es nennen. Doch wenn ich von Aufgaben spreche oder von Sinn, hat das für die Leser oder Zuhörer immer so einen strengen Beigeschmack. Ich sehe die Erde eher als Spielplatz. Nicht als wirkliches Klassenzimmer. Klassenzimmer hört sich an, als ob ein Lehrer in der Nähe wäre. Doch auch beim Spielen lernen wir. Wir machen Fehler, fallen hin, essen ab und zu mal Dreck, lachen, weinen, verlieben uns und so weiter. Wir erfahren uns selbst. Ich glaube, genau das ist es, was Gott will!

Wie denkst du über Geld? Dürfen Medien und Heiler Geld für ihre Arbeit verlangen? Es ist doch eine Gabe von Gott?
Ja, ich finde, man darf Geld verlangen. Denn schliesslich ist auch eine gute Stimme oder eine Begabung für Mathematik eine Gabe von Gott. Alle Talente kommen von Gott. Der eine kann besser singen, und ich sehe halt ein bisschen mehr als andere! Warum darf ein Heiler oder Medium mit seinem Talent kein Geld verdienen?  Schliesslich muss auch ich Miete, Telefonrechnung und so weiter bezahlen können.

Wie siehst du dich selbst, was denkst du über dich?
Das ist eine gute Frage. Ich finde mich ganz normal. Ich bin einfach ich. Wenn man als Medium arbeitet, wird man schnell auf einen Sockel gestellt, aber ich achte immer darauf, nicht auf einem Sockel zu stehen. Ich denke, jeder, der mich kennt, weiss, dass ich ziemlich »auf dem Boden« geblieben bin. Viele sagen mir sogar, dass ich gar nicht wie ein Esoteriker aussehe oder dass sie mir das nie zugetraut hätten. Das betrachte ich als Kompliment.

Leben in zwei Welten, Giger Verlag, Fr. 32.90
Nachrichten aus dem Jenseits, Giger Verlag, Fr. 34.90
Beide Bücher von Pascal Voggenhuber können beim BPV bezogen oder bestellt (Portokosten Fr. 6.-) werden.
Informationen zu Pascal Voggenhubers Veranstaltungen finden sie hier.