Name:
Email:
Abonnieren Sie hier unser kostenloses «Rundmail», in dem wir Sie wöchentlich über unsere aktuellen Veranstaltungen informieren. Ausserdem finden Sie dort Psi-News und Fernsehtipps.
Hier finden Sie Rückmeldungen zu unserem Newsletter



Basler Psi-Verein
Neuweilerstrasse 15
CH-4054 Basel
Tel: 0041 61 383 97 20
Email: info@bpv.ch





Loading









 

Unerschütterliches Vertrauen
«Was geschieht, geschieht. Vertraue weiter ...»

von Thomas Young

«Wenn alle Knoten im Herzen durchschlagen sind, dann wird ein Sterblicher unsterblich.»
Katha Upanishad

Das Herz, das Herz, wie sehr muss es sich noch öffnen? Wie oft muss es noch brechen, um ganz gespürt zu werden? Wie weit muss es sich noch dehnen, bis es alles umfasst? Wie tief muss es vertrauen, bis es alle Abgründe enthält? Das Herz, das Herz, es kennt kein Misstrauen, es öffnet sich allem zu jeder Zeit und ist verbunden mit einer Ebene des Vertrauens.
Es gibt das kleine und das grosse Vertrauen. So wie jemand kleinherzig oder grossherzig sein kann. Kleines Vertrauen ist ein Kuhhandel, ein Geschäft, ein Deal. Es sagt, wenn du mir vertraust, vertraue ich dir. Weil ich dir vertraue, erwarte ich dieses oder jenes Verhalten. Grosses Vertrauen kennt kein Misstrauen. Es ist immer vorhanden, unabhängig davon, was auf der menschlichen Ebene geschieht. Es braucht keine Bestätigung, denn es kann nicht verraten werden. Es vertraut. Dieses Vertrauen ist der Schlüssel zu den Mysterien.
Während ich diese Zeilen schreibe, bebt unter mir die Erde und das Haus wackelt, leichtes Erdbeben, Madame Pele, die Vulkangöttin, macht sich auf Big Island Hawaii deutlich bemerkbar. Vertrauen heisst, sich nicht davon erschüttern zu lassen. Die äussere Ebene ist erschüttert, die Erde bebt. Die innere Ebene ist im Vertrauen. Unerschütterlich. Der Seele ist es egal, wie häufig wir den Körper wechseln. Der Mystiker, der im Vertrauen lebt, erreicht irgendwann einen Punkt des Einverstandenseins mit jeglicher Bewegung. Er setzt ihr keinen Widerstand entgegen. Seine Sicht des Einen, seine Einsicht, lässt dies nicht zu.
Wahres Vertrauen ist furchtlos. Wahres Vertrauen erwartet stets das Beste. Wahres Vertrauen vertraut dem höheren Selbst. Es entsteht Selbstvertrauen. Dieses Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung. Es kann nicht enttäuscht werden. Es ist das Gegenmittel gegen jede Form von Angst. Es lässt der Angst keinen Platz im eigenen Sein. Es vertraut in sich. Voller Vertrauen richtet es den Blick auf das höchste Potential. Es ist wie das Umschalten auf einen anderen Kanal und erfordert eine hohe Form der Bewusstheit. Vertrauen sieht die Mitmenschen so, wie Gott sie gemeint haben könnte, und residiert in einem erleuchteten Herzen. Dieses Vertrauen lässt uns eintreten in eine Ebene der Freiheit und Freude.
Bevor wir die Seele ganz erfahren, müssen wir lernen zu vertrauen. Vertrauen ist der notwendige Zwischenschritt in die transzendenten Bereiche hinein. Der spirituelle Haken ist, dass die meisten Menschen so sehr damit beschäftig sind, ihre äussere Realität mit ihrem Verstand zu steuern, dass es umso schwerer wird, ein nicht urteilendes Denken zu realisieren. Vertrauen ist eine Grundtechnik, sich nicht im urteilenden Verstand zu fixieren, sondern ihn zu transzendieren. Sich innerlich unabhängig zu machen von Ereignis und Resultat.
Mit dem Vertrauen, welches Menschen beispielsweise in einen Lehrer setzen und dessen er sich würdig erweisen muss – vertrauenswürdig –, steht und fällt die ganze Lehre. Menschen sind gewillt, jemandem zu folgen, der sich selbst vollkommen vertraut und Zuversicht ausstrahlt. Sie spüren, dass dieser Mensch einem innerem Ruf folgt, und sind dadurch inspiriert selbst auch etwas Umfassendem zu folgen. Sie folgen mit Freude und ohne Widerstand. Vertrauen weckt den Geist der Zusammenarbeit. Vertrauen ist der Zauberstab des Lehrers. Vertrauen führt zu Freiheit und Freude. Lehrer vertrauen dem Universum und das Universum vertraut ihnen.
Das Singen des Herzens
«Wenn das Herz singt, kommt das Kind hervor ...»

Eine grosse Frage ist: Wie erkennen wir eigentlich Spiritualität? Ja, es ist Erfahrungswissen, ja, es ist nicht religiös, doch woran erkennen wir es genau? Ist es begeistert sein? Muss es allein erfahren werden oder in einer Gruppe oder in beiden Zusammenhängen? Woran erkennen wir wirkliche Spiritualität, wahrhaftes Erfülltsein? Das wohl deutlichste Phänomen, das einen spirituellen Menschen auszeichnet, ist eine tiefe, unauslöschliche Lebensfreude, egal, wie das Leben spielt. Wenn Freude das Herz durchstrahlt, wandeln sich die Zellen in unserem Körper. Freude ist die Signatur einer göttlichen Präsenz in einem menschlichen Körper. Freude ist nicht oberflächlicher Spass, nicht derbes Schenkelklopfen, sondern tief durchdrungenes Empfinden. Es ist ein Hüpfen im Herzen, ein Lächeln der Seele. In der Einheit mit unserem höheren Selbst herrscht Freude. Wenn das Ego das Kommando abgegeben hat und alle viere von sich streckt, fängt ein himmlischer Freudenchor an, im Herzen zu singen. Das Herz singt. Es singt ein uraltes Lied, das die Seele an ihre Absicht erinnert. Es singt eine uralte Weise, deren Töne eine Ahnung der eigenen Herkunft aus den Tiefen der Zeiten auftauchen lässt. Das Herz singt ein Lied des Miteinander, eine Fuge kosmischer Harmonie, eine Symphonie von Klängen, die einander umspielen und neue Verbindungen eingehen. Sein Singen lässt den eigenen Lebenstraum vor dem inneren Auge sichtbar werden, fühlbar werden, Gestalt annehmen. Farben bekommen Töne und Klänge werden bunt.
Das Singen des Herzens erweckt die Liebe und lässt alle fühlenden Wesen ihre Zukunft schauen. Sein Singen lüftet die Schleier und hebt die Trennung auf zwischen uns und dem Göttlichen. So ist das also. Wieso haben wir das nicht schon immer gefühlt? Das Universum steht still. Der Verstand schweigt ergeben. Ewig dauert der Moment. Zeitlos ist der Kuss. Die Liebe der Seele fliesst hinab durch die Schleusen des Herzens. Glückselig erschauert der Körper.
Mystiker wissen, dass diese Ebene natürlicher Freude immer zugänglich ist, zu jeder Minute erlebbar, dass sie nur verdeckt, ummäntelt, verschüttet ist von irdischen Gesetzen, doch niemals verloren. Wenn sie gute Lehrer sind, haben sie einen kosmischen Klappspaten dabei, dessen Eine Bewegung die Erde umpflügt und die Freude freisetzt. So ist das also.
Poeten versuchen, die Freude einzufangen in dem Lachen eines Kindes, dem Zwinkern eines Auges, dem Blick eines Liebenden. Narren kitzeln die Freude aus ernsten Zeitgenossen hervor mit einem Witz aus heiterem Himmel. Freude vibriert vor Möglichkeiten, eröffnet neue Perspektiven, macht lebendig. Leben und Freude gehören auf ewig zusammen. Traulich vereint in Lebensfreude. Ihr Kind wohnt im Herzen. Wie ein göttlicher Spion lugt es aus der Mitte des Herzens in die Welt. Erstaunlich. So ist das also. Innerlich verbunden mit den Kreisen spiritueller Seefahrer aus anderen Zeiten und anderen Kulturen, singt es mit ihnen: OM Shanty, OM Shanty. Es lächelt in sich hinein. Darf es das? Ein Friedensmantra umwandeln in ein Freudensmantra? Darf es das? Das Lied der Freude laut und falsch singen? Darf es das? Trunken vor Liebe seine Freude der ganzen Welt mitteilen? OM Shanty, OM Shanty. Eine Weise wider den spirituellen Ernst hallt durch die Säle. Es hört nicht mehr auf zu singen.

Aus Willkommen im Herzen. Die Reise zu dem Schatz im Innern von Thomas Young (Integral Verlag). Im Buchhandel erhältlich. Auch telefonisch und über die Website zu bestellen.
Mit freundlicher Genehmigung des Randomhouse Verlages.